Lehrstuhl
für Hydrogeolgie
Systemkurzbeschreibung
des Modells QANALYSE
zur
Synthese von Durchflüssen im Niedrig-, Mittel- und Hochwasserbereich
Version
11/2002
Programmautor:
Dr. Volkmar Dunger
Dipl.-Hydrologe
Privatanschrift:
Neue Hauptstraße 152 a
D-09618 Brand-Erbisdorf, ST Langenau
Tel.: 03 73 22 / 4 19 07
Dienstanschrift:
TU Bergakademie Freiberg
Institut für Geologie
Lehrstuhl für Hydrogeologie
Gustav-Zeuner-Straße 12
D-09596 Freiberg
Tel.: 0 37 31 / 39 32 27
Fax: 0 37 31 / 39 27 20
e-mail:
dungerv@geo.tu-freiberg.de
Ziel der Modellierung:
-
Details s. Programmdokumentation (DUNGER,
2002 a)
-
Analyse/Synthese von Durchflüssen im
Niedrig-, Mittel- und Hochwasserbereich für hinsichtlich Durchflussmessungen
unbeobachtete bzw. nicht ausreichend beobachtete Einzugsgebiete
-
Beitrag zur hydrologischen Charakteristik
kleiner natürlicher bzw. anthropogen beeinflusster Einzugsgebiete
-
Beurteilung und Begutachtung der Durchflussdynamik
vom Niedrig- bis in den Hochwasserbereich (Ziel folglich anders als beim
Hochwasserbemessungsprogramm HQBEMESS, wo es vorrangig um hydrologische
Bemessungsaufgaben im Hochwasserbereich geht) (http://www.geo.tu-freiberg.de/~dungerv/software/hqbemess.html)
Modelltyp:
-
konzeptionelles Boxmodell
-
horizontale Gliederung:
-
Einzugsgebiet (bei kleiner Gebietsgröße)
-
Entwässerungsteilgebiete entsprechend
Entwässerungsnetz (bei größeren Gebieten)
Teilmodelle:
-
Teilmodell NQANALYS zur Niedrigwasseranalyse
-
Teilmodell MQANALYS zur Mittelwasseranalyse
-
Teilmodell HQANALYS zur Hochwasseranalyse
Kurzbeschreibung
der Teilmodelle:
Teilmodell NQANALYS:
-
Regionalverfahren zur Verallgemeinerung von
Niedrigwasserdurchflüssen für verschiedene Dauern und Wiederkehrsintervalle
nach GLOS, LAUTERBACH (1972)
-
Ausgangspunkt: auf die Flusslänge 0 reduzierte
Niedrigwasserspenden
-
reduzierte Niedrigwasserspenden für folgende
Gebiete vorhanden:
-
Obere Elbe/Mulde
-
Weiße Elster
-
Zschopau
-
Obere Werra
-
Ostdeutsches Flachland, Havel-Gebiet
-
Methodik zur Ermittlung für andere Gebiete
s. GLOS, LAUTERBACH (1972)
-
Umrechnung auf die real vorhandene Flusslänge
im betrachteten Gebiet nach DYCK u.a. (1980)
-
Berechnung von Niedrigwasserdurchflüssen
für Niedrigwasserdauern von 7 und 15 Tage sowie 1 Monat sowie Wiederkehrsintervalle
von 2, 10, 20 und 50 Jahre
-
Berücksichtigung finden:
-
Wasserspeicherverhalten der den Abfluss speisenden
Gesteine (Algorithmus aus GLOS, LAUTERBACH, 1972 sowie DYCK u.a. (1980)
-
Wasserentnahmen und -einleitungen
Teilmodell
MQANALYS:
-
Verwendung von mittleren Niederschlags- und
Abflusswerten des NAU-Atlasses der ehem. DDR (NAU, 1959) oder des Hydrologischen
Atlasses der Bundesrepublik Deutschland (HAD, 2000)
-
Mittelwasserspenden aus SCHNEIDER (1990) in
Abhängigkeit von der Morphologie und den Speichereigenschaften des
abflussspeisenden Gesteins (programminterne Defaultwerte)
Teilmodell
HQANALYS:
-
Berechnung von Hochwasserscheiteldurchflüssen
-
Anwendung folgender Methoden:
-
Regionales Bezugs-HQ-Verfahren
-
Regionalverfahren nach LAUTERBACH/GLOS
-
HQ-Bemessunganglinienverfahren
-
Regionales Bezugs-HQ-Verfahren:
-
Regionalverfahren, beschrieben in DYCK u.a.
(1980)
-
Methodik: Übertragung von Durchflussdaten
beobachteter Einzugsgebiet auf unbeobachtete Gebiete
-
modellinterne Defaultwerte für die Flussgebiete
Obere Elbe, Weiße Elster und Zschopau
-
für alle anderen Gebiete: vorherige Ermittlung
des HQ(2,33)-Wertes (Hochwasserscheiteldurchfluss mit 2,33 Jahren Wiederkehrsintervall)
durch den Bearbeiter notwendig, Ermittlung s. DYCK u.a. (1980)
-
modellinterne Umrechnung der HQ(2,33) auf
HQ-Werte mit anderen Wiederkehrsintervallen
-
Liegen keine Informationen vor, so kann das
Regionale Bezugs-HQ-Verfahren auch ausgeklammert werden.
-
Regionalverfahren nach LAUTERBACH/GLOS:
-
Regionalverfahren, beschrieben in LAUTERBACH,
GLOS (1965)
-
Berechnung eines HQ(0,5)-Wertes (Hochwasserscheiteldurchfluss
mit 0,5 Jahren Wiederkehrsintervall) auf Grundlage von Ortsfaktoren Alpha
und Beta
-
modellinterne Defaultwerte (Alpha, Beta) für
alle Flussgebiete Ostdeutschlands
-
für alle anderen Gebiete: vorherige Ermittlung
des HQ(0,5)-Wertes durch den Bearbeiter notwendig, Ermittlung unter Berücksichtigung
von Gebietsgröße, Flusslänge und Pedologie s. LAUTERBACH,
GLOS (1965)
-
modellinterne Umrechnung der HQ(0,5) auf HQ-Werte
mit anderen Wiederkehrsintervallen
-
Liegen keine Informationen vor, so kann das
Regionalverfahren nach LAUTERBACH/GLOS auch ausgeklammert werden.
-
HQ-Bemessunganglinienverfahren:
Eingabedaten
und Simulationsergebnisse:
Eingabedaten:
-
geographische Region *)
-
Flussgebiet *)
-
Landschaftscharakter (Flachland ... Hochgebirge)
*)
-
Alpha- uns Betawerte *)
-
mittlerer Jahresniederschlag *)
-
mittlerer Jahresabfluss *)
-
reduzierte Niedrigwasserspenden *)
-
retentionsbeeinflusste Fläche
-
Wasserspeichervermögen des Untergrundes
(gering, mittel, hoch) *)
-
Wasserentnahme- und Einleitmengen *)
-
Einzugsgebietsfläche
-
längster Fließweg Einzugsgebietsgrenze/Bemessungsstelle
-
Länge aller Vorfluter im Einzugsgebiet
-
Höhendifferenz Einzugsgebietsgrenze/Bemessungsstelle
-
vorherrschender Bodentyp hinsichtlich Infiltrationsvermögen
(1 - sehr gut ... 4 - sehr gering)
-
Nutzungsanteile (unbewachsen, Ackerland, Wiese/Weide,
Obstanlagen, Wald, teil- und vollversiegelte Flächen)
*) nicht zwingend notwendig
Simulationsergebnisse:
-
Ausgabe von Niedrig-, Mittel- und Hochwasserwerten
in Tabellenform
-
Niedrigwasserdurchflüsse für Wiederkehrsintervalle
von 2, 5, 10, 20 und 50 Jahren und Niedrigwasserdauern von 7 Tagen, 15
Tagen und 1 Monat
-
langjährig mittlerer Durchfluss
-
Hochwasserscheiteldurchflüsse mit Wiederkehrsintervallen
von 1, 2, 5, 10, 20, 25, 50 und 100 Jahren entsprechend den 3 Verfahren
(Regionales Bezugs-HQ-Verfahren, Regionalverfahren nach LAUTERBACH/GLOS
und HQ-Bemessunganglinienverfahren)
-
Ausgabe der Ergebnisse als ausführliche
Berichtsdokumentation oder Kurzdokumentation (weiterverarbeitbar mit Word)
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Literatur:
Dunger, V. (2002 a):
Dokumentation des Modells
QANALYSE zur Analyse von Durchflüssen im Niedrig-, Mittel- und Hochwasserbereich
für unbeobachtete bzw. unzureichend beobachtete Einzugsgebiete, Version
11/2002. Nutzerhandbuch
Dunger, V. (2002 b):
Dokumentation des Modells
HQBEMESS zur quantitativen Abschätzung des Oberflächenabflusses
in Einzugsgebieten sowie zur hydrologischen Bemessung von Entwässerungsstrecken
und zur Dimensionierung eines Rückhaltebeckens, Version 11/2002. Nutzerhandbuch
Dyck, S. u.a. (1980):
Angewandte Hydrologie, Teil
1: Berechnung und Regelung des Durchflusses der Flüsse. 2. Auflage,
Verlag W. Ernst & Sohn, Berlin
Dyck, S. und G. Peschke (1995):
Grundlagen der Hydrologie.
3. Auflage. Verlag für Bauwesen Berlin
Glos, E. und D. Lauterbach
(1972):
Regionale Verallgemeinerung
von Niedrigwasserdurchflüssen mit Wahrscheinlichkeitsaussage. Mitteilungen
des Institutes für Wasserwirtschaft, Heft 37, VEB Verlag für
Bauwesen Berlin
HAD (2000):
Hydrologischer Atlas von
Deutschland. Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz
und Reaktorsicherheit
Lauterbach, D. und E. Glos
(1965):
Empirische Ansätze
zur Berechnung von Hochwässern. I. Ein Beitrag zur Berechnung von
Hochwasserscheitelwerten unter Berücksichtigung der Häufigkeit
des Auftretens. Besondere Mitteilungen zum Gewässerkundlichen Jahrbuch
der Deutschen Demokratischen Republik. VEB Verlag für Bauwesen Berlin
Maniak, U. (1992):
Hydrologie und Wasserwirtschaft.
Eine Einführung für Ingenieure. 2. Auflage, Springer-Verlag Berlin,
Heidelberg, New York
NAU (1959):
NAU-Karte über das
Gebiet der DDR (1 : 200 000). Institut für Wasserwirtschaft Berlin
Schneider, K.-J. (1990):
Bautabellen mit Berechnungshinweisen
und Beispielen. 9. Auflage, Werner-Verlag
Schröder, W., G. Euler
und F.-K. Schneider (1988):
Grundlagen des Wasserbaus.
2. Auflage, Werner-Verlag
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