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International Conference 2011

Uranium, Mining and Hydrogeology VI




Zusammenfassung UMH I

Vom 4. bis 7. Oktober 1995 fand an der Beragakademie die internationale Konferenz "Uranbergbau und Hydrogeologie" unter der Federführung des Lehrstuhls für Hydrogeologie des Instituts für Geologie (Prof. Broder Merkel, Claudia Helling) statt. Das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landesentwicklung, die Fachsektion Hydrogeologie der Deutschen Geologischen Gesellschaft (FH-DGG) sowie die International Association of Hydrogeologists (IAH), Sektion Deutschland waren Mitveranstalter.

Das Ziel der Konferenz war, die Gefährdung des Grundwassers durch die ehemaligen Uran-Bergwerke und sowie Aufbereitungsanlagen, Halden und Tailings aufzuzeigen und mit internationalen Fachleuten zu erörtern. Diskussions-Schwerpunkte waren die Flutungen der Grubenbaue und mögliche Vorgehens-weisen zur unter- und übertägigen Sanierung. Es handelt sich dabei um hydrogeologische, hydro- und geochemische Problemstellungen, die mittels verschiedener Monitoring- und Analytik-Verfahren und Modellierungswerkzeugen zu lösen sind.

Die Konferenz wurde stellvertretend für den Sächsischen Staatsminister für Umwelt und Landesentwicklung Arnold Vaatz durch Ministerialdirigent Dr. Staupe vom selben Ministerium eröffnet. Für die Bergakademie begrüßte Rektor Prof. Dietrich Stoyan die teilnehmenden Gäste. In der danach folgenden Plenarreihe wurden die Problematik des Uranbergbaus auf die Grundwassersituation in Sachsen und Auswirkungen durch Tailings, Halden und Grubenbauen auf das Grundwasser vorgestellt.

Im Verlauf von drei Tagen wurden über 40 Vorträge in deutscher oder englischer Sprache gehalten. Nach der eröffnenden "Plenarreihe" konzentrierten sich die weiteren Sitzungen auf die vier weiteren Themenkomplexe "Laugungsbergwerk Königstein", Flutung von Grubenbauen", "Chemismus, Modellierung und Monitoring" und "Tailings (Absetzbecken) und Halden". Die Vortragsreihen wurden mit einer Ausstellung von 30 Postern ergänzt.

Zur "Lagerstätte Königstein" wurde in einem ersten Teil auf die geochemische Situation und deren Entwicklung eingegangen. In einem zweiten Teil wurden die hydrogeologische Situation, Untersuchungen zur Ermittlung von Kennwerten mit verschiedenen Methoden und modellmäßige Ermittlung möglicher Auswirkungen auf das Grundwasser-Regime während und nach der Flutung der Lagerstätte präsentiert.

In den Vortragsreihen zum Thema "Flutung von Lagerstätten" wurden die hydrogeochemischen Auswirkungen und die hydrogelogischen Probleme einer Flutung von Uran-Grubenbauen an verschiedenen Standorte behandelt. Eingeleitet wurde diese Session durch einen Vortrag von Henk Coetzee aus Pretoria zum Uranerzbergbau in Südafrika.

Die Vorträge zum Themenkomplex "Chemismus, Modellierung und Monitoring" behandelten schwerpunktmäßig Modell-Ergebnisse zur zeitlichen und räumlichen Ausbreitung von radioaktiven Elementen, insbesondere Uran und Radium, in natürlichen Systemen und Bergbaubereichen. Das Verhalten von Schadstoffen in Halden und in Tailings und deren Einfluß auf die Qualität des Grundwassers wurde in den Sitzungen "Tailings und Halden" diskutiert.

In allen Vortragsreihen standen Uran-Bergwerke, Halden oder Tailings aus Sachsen und Thüringen im Vordergrund. Darüberhinaus wurden aber auch Gebiete aus den USA, Kanada, Südafrika, der Tschechischen Republik und nicht zuletzt auch aus den alten Bundesländern (z.B. Aufbereitungsanlage Ellweiler) vorgestellt. Untersuchungen und Ergebnisse außerhalb der neuen Bundesländer stellten einen wertvollen Erfahrungsaustausches dar hinsichtlich der dort gewonnenen Erfahrungen und der Umsetzung von Modell-Ergebnissen bei der praktischen Sanierung.

Die TU Bergakademie Freiberg war mit insgesamt 6 Beiträgen der Institute für Geologie, Mineralogie, Geotechnik und Fluidbergbau und Angewandte Physik vertreten.

In drei Workshops mit unterschiedlichen Arbeitsthemen am dritten Tag der Konferenz wurden die Inhalte der Vortragsreihen diskutiert und ausgewertet. In einem Abschlußplenum wurden die Ergebnisse der Arbeitsgruppen als Fazit der gesamten Tagung präsentiert.

Am Samstag nutzten ca. 40 der 350 Teilnehmer die Gelegenheit zu einer Exkursion zu Wismutaltlasten. Nach einer Einführung durch die Wismut folgte eine Besichtigung der Halden des Uranerzbergbaus um Schlema sowie ein Besuch der Tailings in Crossen und deren Wasseraufbereitungsanlage.

Als erste Konferenz dieser Art in Europa zur speziellen Thematik des Uranerzbergbaus unter hydrogeologischen Aspekten stieß diese internationale Tagung auf ein ausgesprochen positives Echo. Daß ein reges Interesse und Diskussionsbedarf besteht, zeigt die große Beteiligung von Wissenschaftlern, Behörden und Ingenieurbüros aus über 15 Nationen. Eben diese Zusammenarbeit von Theoretikern und Praktikern ist überaus notwendig und stellt eine weitere Besonderheit dieser Konferenz dar. Auch der Erfahrungsaustausch zwischen Ost und West wurde gelobt, da dank des großzügigen Sponsoring des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landesentwicklung die Einladung prominenter Fachleute und die Teilnahme von Wissenschaftlern aus Rußland, der Ukraine und Rumänien möglich wurde. Erleichtert wurde die Verständigung durch den Einsatz von Simultandolmetschern.

Schließlich wurde auch der Wunsch geäußert, eine ähnliche Veranstaltung in ca. 2 Jahren durchzuführen, um zu sehen, inwieweit die vorgetragenen Ansätze in der Realität umgesetzt werden konnten. Bleibt zu hoffen, daß das Sächsische Umweltministerium dann wieder als Sponsor zur Verfügung steht.

3 Jahre später (1998) folgte die UMH II




© A. Berger <umh@geo.tu-freiberg.de>, 17.05.2010, http://www.geo.tu-freiberg.de/umh/UMHI_Zusammenfassung.htm