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17. Tag - Die Premier Mine

 
     
 

Kimberlite des Kaapvaal Kratons

1. Allgemeines

Der Wandel Südafrikas von einem Agrarland zu einem Industriestaat begann 1867, als bei Hopetown / Kimberley von spielenden Kindern Diamanten gefunden worden. Diamanten- und Goldfunde wurden am Ende des 19.Jh. finanzielle Grundlage der Folgeindustrien.
Die großen Diamanten - Vorkommen konzentrieren sich um das Gebiet von Kimberley. Dort wurden im letzten Drittel des 19.Jh. die ersten Diamanten - Mienen gegründet.
Heute nimmt Südafrika den zweiten Platz in der Welt bei der Gewinnung von Diamanten ein.

2. Premier Mine in Cullinan

2.1 Allgemeines

Nordöstlich von Pretoria liegt die Premier Mine. Thomas Cullinan entdeckte Anfang des 20.Jh. dieses Diamanten - Vorkommen und gründete 1903 die Miene, aus der die berühmtesten und größten Diamanten der Welt stammen. Vereinzelt tritt der für seine ungewöhnliche blaue Farbe bekannte ´Premier blue` Diamant auf.
Der 26.Januar 1905 war ein wichtiger Tag in der Geschichte der Miene. In neun Meter Tiefe wurde der Cullinan - Diamant gefunden. Hierbei handelte es sich um einen farblosen
3 106 Karater (621,2 g). Der Rohdiamant wurde von der Regierung der Transvaal - Province erstanden und 1907 an den britischen König Edward VII. verschenkt. Das I.J.Asscher Unternehmen in Amsterdam fertigte aus diesem neun große und 96 kleine Brillanten. Die größeren Diamanten zieren die Britischen Kronjuwelen und sind im privaten Besitz der königlichen Familie.
Das Unternehmen beschäftigt ca. 2 000 Arbeitnehmer.
Fünfmal die Woche werden morgens 12 000 t Kimberlit gesprengt. Das entspricht einer Ausbeute von 6 000 Karat (1,2 kg) am Tag. Seit der Inbetriebnahme der Miene wurden 400 Millionen Tonnen Erz gefördert. 1996 waren es 3 266 000 t mit einen Wert von 1 618 248 Karat. Die Miene bietet voraussichtlich noch Arbeit für 40 Jahre.
Bis 1932 wurde der Kimberlit im Tagebau gewonnen. Seit 1944 baut man ihn untertägig ab.

2.2 Geologie der Lagerstätte

Bei der Lagerstätte Premier Mine handelt es sich um den ältesten erloschenen Vulkan unserer Erde. Der Kimberlitschlot spaltet sich in seinem unteren Teil, der Root - Zone, in zwei kleine Schlote auf. Das umgebende Gestein der Lagerstätte bilden Quarzit, Norit, Gabbro, Felsit und der Wartenberg - Quarzit im Hangenden. Die Cross - Section, das Abbaurevier, wird von drei Arten des Kimberlits gebildet : der den Dyke umhüllende schwarze Kimberlit, der sich ihm anschließende graue und der im Nord - Osten anstehende braune, diamantreiche Kimberlit..
Zwischen 450 und 550 m Teufe steht ein 75 m mächtiger Gabbro - Horizont an, welcher nicht diamantenführend ist. Dieser wird aus wirtschaftlichen Gründen nicht abgebaut.
Das Erz wird zur Zeit mit der Block-Bruch-Bau Methode in Teufen von 650 m abgebaut. Die Endteufe wird zwischen 800 - 1 000m liegen, dem Übergangsbereich von Diatreme - und Root - Zone.

Kimberlite gehören zu den Tiefengesteinen der Peridotitgruppe. Sie besitzen einen sehr hohen Anteil an Glimmer (Biotit oder Phlogopit) und sind Muttergesteine der Diamanten. Ihre Bildung erfolgt in Tiefen von 150 - 200 km. Diese Gesteine sind in ganz Südafrika verteilt. Die große Mehrheit hat ein post - karootisches Alter von 240 Mioa. Neuere Arbeiten (Richardson et.al.1984; Richardson 1986; Allsopp et.al. 1986) haben gezeigt, daß Platznahmen bei mindestens drei weiteren Ereignissen stattfanden, 650-500 Mioa (Zimbabwe), 1202-1150 Mioa (Premier Mine) und 1700-1600 Mioa (Kuruman). Bei diesem Ereignis rissen sie große Teile des Mantels und der Unterkruste mit, welche sie bei ihrem Aufstieg durchschlugen. Studien an Xenolithen von Kimberliten, sowie an diamant - und graphitführenden Eklogiten lieferten wichtige Informationen über Alter und Zusammensetzung des Mantels. Zum Beispiel notierte man, daß Kimberlite, die in der archaischen Kruste platznahmen (> 2600 Mioa), viel diamantenführender sind als solche, welche jüngere Lithosphäre durchdrangen.
Unter extremer Hitze und Druck kristallisiert das Element Kohlenstoff. Es bildet sich Diamant. Diamanten liegen als Einsprenglinge im Kimberlit vor und gelangen durch vulkanische Aktivitäten in geringere Tiefen. Die abgekühlten vulkanischen Pypes sind als primäre Kimberlit - Lagerstätten bekannt.
Der Kimberlit verwittert an der Oberfläche zu einem weichen, bläulichen Material. Diese Erscheinung gibt ihm den Namen `Blaue Erde´. Bis jetzt wurde noch keine Verwendung für dieses Material gefunden, weder in der Zementindustrie noch im Straßenbau.

2.3 Weiterverarbeitung der Diamanten

Nachdem das geförderte Erz zerkleinert und gewaschen wurde, nutzt man mittels des Schwimm - Senk - Verfahrens die Eigenschaften der Diamanten, wie ihre hohe Dichte und das hydrophobe Verhalten. Nach diesem Verfahren werden die Diamanten mit Hilfe von Fluoreszens, aufgrund ihrer Leuchtkraft herausgelesen. Die Konzentrate kommen in das Sortierhaus, werden gereinigt und nach Größe, Farbe, Reinheit und Form sortiert. Anschließend schickt man die Brillanten nach London zur CSO (Central Selling Organisation) wo sie erneut sortiert und nach ihrer Qualität bestimmt werden und von dort in die unterschiedlichsten Schleifereien der Welt geschickt werden.

Kriterien der Sortierung:
Die Vier C´s - colour, cut, carat, clarity - bestimmen den Wert der Diamanten.
Colour steht für die Farbe der Brillianten. Diese kann zum Beispiel braun, gelb, blau oder weiß sein. Letztere sind die teuersten aller Diamanten. Sie gibt es in fünf Arten.
Cut ist nicht auf die ursprüngliche Form des Diamanten zurückzuführen, sondern auf den Schliffwinkel, welcher dem Stein bei Licht Energie und Brillianz verleiht.
Carat ist die Gewichtsangabe für einen Juwel. Ein Karat entspricht 0,2 g.
Clarity : Während des Kristallisationsprozesses kann es zu Fehlordnungen im Kristallgitter kommen. Je geringer die Anzahl der Fremdeinschlüsse im Gitter, desto reiner und wertvoller ist der Diamant.

2.4 Verwendung

Diamanten werden zu 20 % in der Schmuckindustrie verwendet. Die restlichen 80 % setzt man zum Beispiel in der Zahnmedizin ein, als Trennschleifer oder auch als Bohrköpfe.
Der blaue Diamant ändert seine Farbe bei 1 / 500 Grad. Er wird bei der NASA als Halbleiter von Wärmeelektrizität verwendet.

 

 
 

Elisabeth Német

 
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