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Allgemeines

Bearbeiter: Baas Brimer

Geographie - Klima - Bevölkerung - Naturraum - Verfassung - Wappen - Historie - Unabhängigkeit

 

Geographie

Die Republik Namibia liegt zwischen 17ten und 29ten südlichen Breitengrad sowie zwischen 12ten und 25ten östlichen Längengrad und umfasst den zum Atlantik liegenden Teil der Südspitze Afrikas. Seine 1.500 km lange Küstenlinie im Westen wird vom kalten Benguelastrom begleitet, der von der Antarktis nach Norden bis nach Angola fließt. Im Norden grenzt das Land an Angola und Sambia (mit den Flüssen Kunene und Okavango), im Nordosten berührt es auf wenigen Kilometern Simbabwe, im Osten grenzt es an Botswana und im Südosten und Süden (mit dem Fluß Oranje) an die Republik Südafrika.

Die Staatsfläche von Namibia beträgt 824.292 km² und ist fast zweieinhalb mal so groß wie Deutschland. Seine heute gültigen Grenzen erhielt Namibia erst gegen Ende des 19. Jh., als die europäischen Kolonialmächte Deutschland, Großbritannien und Portugal die Flächenausdehnung des damaligen Deutsch-Südwestafrika aushandelten. Die schnurgerade verlaufenden Grenzen werden nur von dem Caprivi-Zipfel unterbrochen, einem langen, schmalen Landstreifen, der zwischen 32 und 90 km breit ist und sich wie ein ausgestreckter Finger über 460 km im äußersten Nordosten des Landes nach Osten bis an den Sambesi und weiter an ihm entlang bis zur Nordwestspitze Simbabwes erstreckt. Die Ost-West-Ausdehnung Namibias beträgt zwischen 400 und 1.000 km (vom Caprivi-Zipfel abgesehen), die Nord-Süd-Ausdehnung 1.320 km.
Die Republik Namibia hat eine Bevölkerungszahl von 1,8 Millionen (Deutschland 86 Mio.) und eine Bevölkerungsdichte von  ca. 2,2 Einwohnern pro km² mit einem Wachstumsrate von 2,6%. Die Hauptstadt mit 243.000 Einwohnern ist Windhoek, wo der Regierungs- und Verwaltungssitz, das Wirtschafts- und Kulturzentrum und die einzige Universität Namibias zu finden sind. Namensgeber der Republik Namibia ist die Namib-Wüste. "Namib" heißt aus der Sprache der Nama übersetzt: "Der Ort, an dem nichts ist."

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Das Klima

Das Klima in Namibia ist subtropisch kontinental. Da Namibia auf der Südhalbkugel liegt, sind die Jahreszeiten denen in Europa entgegengesetzt. Der namibische Sommer dauert von November bis März, der Winter von Mai bis September. Frühling und Herbst sind nicht so stark ausgeprägt wie auf dem europäischen Kontinent. Niederschläge sind in Namibia etwas Unzuverlässiges, abgesehen vom Norden und Nordosten des Landes.

Generell gilt, dass die Niederschläge von Nordosten nach Südwesten abnehmen. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt bei 250 mm jährlich (zum Vergleich: Freiberg hat ca. 700 mm). Über 80 % der Niederschläge fallen in den Sommermonaten, in Form von kurzen heftigen Gewitterschauern. Namibia liegt im Bereich des Ostpassats. Die Passatwinde verlieren einen Großteil ihrer Niederschläge bereits in Südafrika an der Großen Randstufe und dann weiter auf ihrem Weg in westlicher Richtung. Die Kalahari, an der östlichen Grenze Namibias, ist noch relativ niederschlagsreich, über dem Binnenhochland jedoch nimmt die Feuchtigkeit rapide ab, und die Namib-Wüste im Westen erhält fast keine Niederschläge mehr. Das Meer übt keinen so großen Einfluss auf das Klima Namibias aus, wie aufgrund der Lage zu erwarten wäre. Zwar herrschen im Küstenbereich starke Südwest- und Westwinde, doch werden diese über dem Benguela-Strom, der kaltes Meerwasser aus der Antarktis nach Norden in Richtung Äquator führt, stark abgekühlt und verlieren dadurch an Luftfeuchtigkeit. Über diesen kühlen Luftmassen vom Meer kühlen sich wiederum warme Luftschichten aus dem Landesinneren ab - einzige Niederschlagsbildung sind Nebel und Tau. An etwa 100 Tagen pro Jahr tritt im Küstenbereich eine starke Nebelbildung auf. Namibia ist mit rund 300 Tagen Sonne im Jahr ein "sonniges" Land. Mit grauverhangenem Himmel ist kaum zu rechnen, nur in den Sommermonaten erscheinen meist am Spätnachmittag große Wolkenmassen. Prinzipiell herrschen in Namibia das ganze Jahr über angenehm warme Temperaturen mit einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von 16 bis 22°C. In den kühleren Wintermonaten schwanken die Tagestemperaturen, je nach Region, zwischen
14 und 24°C. Die Nächte sind dann sehr kühl, mit Temperaturen zwischen 5 und 10°C, in Wüstenregionen manchmal auch um den Gefrierpunkt. Selbst mit Frost muss gerechnet werden, und zwar in fast allen Teilen des Landes, außer im Bereich der Nebelküste sowie im tropischen Norden und Nordosten. Im Sommer kann das Thermometer bis auf 40°C klettern, in der Namib sogar bis auf 48°C. Doch ist das Klima in Namibia wegen der geringen Luftfeuchtigkeit generell sehr gut zu vertragen. Nur im tropisch-wechselfeuchten Nordosten tritt zwischen Dezember und Februar eine große Schwüle auf. An der Küste dagegen steigt das Thermometer auch im Sommer nur selten auf Werte über 22°C.

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Bevölkerung

Bevölkerungsdichte

Namibia hat eine durchschnittliche Bevölkerungsdichte von 2,2 Einwohner pro km², eine der geringsten der Welt (Deutschland: 231 Einwohner/km²). Dicht besiedelt ist der besser beregnete Norden des Landes, vor allem die Regionen Omusati, Oshana, Ohangwena und Oshikoto. Hier leben 61 % der Bevölkerung, vorwiegend in traditionellen ländlichen Siedlungen, nur 5 % in Städten. In Zentralnamibia sind 32 % der Gesamtbevölkerung zu Hause, die Hälfte davon lebt in den Städten, wiederum die Hälfte davon in der Hauptstadt Windhoek. Mit nur 7 % der Bevölkerung weist der südliche Teil Namibias, wo die Großfarmen vorherrschen, eine dünne Besiedlung auf; 35 % leben in den Städten. Kaum bewohnt ist der westliche Landestreifen, die Namibwüste, mit Ausnahme der Häfen und Bergbauzentren. Ein weiterer Grund für diese Verteilung ist, dass es entlang der Küste Naturschutzgebiete (Skeleton-Coast) gibt, sowie das Diamantensperrgebiet südlich von Lüderitz, wo der Aufenthalt nur begrenzt erlaubt ist.
Ein Namibier hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von 59 Jahren.

Sozialstruktur

Die Sozialstruktur der Bevölkerung entspricht weitestgehend der ethnischen Zugehörigkeit. Lebensstil und -standard sowie die sozialen Beziehungen der Weißen und Farbigen ähneln der europäischen Lebensweise. Die schwarze Bevölkerung lebt z.T. noch in Sippen- und Stammesverband in traditionellen Dorfstrukturen, während die städtischen Schwarzen stärker europäisiert sind. Die zahlreichen männlichen Wanderarbeiter stellen oft ein Bindeglied zwischen ländlichen und städtischen Strukturen dar. Viele Dörfer haben durch die Arbeitsmigration relativ hohe Anteile von Frauen, Kindern und älteren Menschen.

Sprachen

Amtssprache ist Englisch, Verkehrssprache u.a. Deutsch. Die Umgangssprache ist Afrikaans, welche aus dem Niederländischen entstanden ist. Die Bantu-, und Khoisiansprachen gelten als die sogenannten "einheimischen" Sprachen.

Vielvölkerstaat

In Namibia leben 12 verschiedene Völker, bzw. ethnische Gruppierungen, welche alle über eine eigene Geschichte  und Kultur verfügen, was wiederum Spannungen hervorruft. Die Namibische Regierung versucht dem mit einer Politik unter dem Motto „One Namibia – One Nation“ entgegenzuwirken.

Heute leben etwa noch 40.000 Buschleute in Namibia, davon allerdings nicht einmal 1.000 in ihrer angestammten Lebensweise. Viele arbeiten bei weißen und schwarzen Farmern.
Seit etwa 20.000 Jahren ist die Lebensweise der Buschleute als Nomaden unverändert. Sie gehen sehr sparsam und schonend mit der ihnen zur Verfügung stehenden kargen Umwelt um, besonders bemerkenswert ist ihre erstaunliche Naturkenntnis.

Die Bantu-Völker, die miteinander verwandte Bantu-Sprachen sprechen, stellen mehr als 80 % der Bevölkerung, wobei die Ovambo, als größte Volksgruppe, rund 50 % der Gesamtbevölkerung ausmachen. Danach folgen die ebenfalls zur Bantu-Gruppe gehörenden Kavango im Nordosten mit etwa 9,5 % Anteil, die Herero in Zentralnamibia und im Osten, die Damara im Westen, jeweils 8 %, die Nama im Süden 5 % und die Caprivianer im Caprivi-Zipfel 4 %. Ca. 75.000 Weiße leben in Namibia, damit haben sie nur noch einen Anteil von 4,5 % an der Bevölkerung.

San:

als Buschleute oder Buschmänner bezeichnete Ureinwohner des Landes; stellen 2 % der Bevölkerung und leben heute in der Kalahariwüste. Dort führen sie noch ein traditionelles Leben.

Damara:

sind die Urbevölkerung und leben überwiegend in den Bergen des mittleren Nordwestens zwischen dem Kaokoveld im Norden und Erongo im Süden.

Ovambo:

das größte Volk Namibias stellt etwa die Hälfte der Landesbevölkerung. Die Mehrheit lebt im Norden in der gut beregneten Region nördlich der Etosha-Pfanne zwischen dem Kaokoveld im Westen und der Kalahari im Osten.

Kavango:

leben vorwiegend im Nordosten des Landes, am südlichen Ufer des wasserreichen Okavango. Sie unterteilen sich in 5 Stämme: im Westen leben die Kwangari, östlich davon die Mbunza, die Sambiu, die Gciriku, ganz im Osten, am Übergang zum Caprivi-Zipfel die Mbukuschu.

Herero:

leben über den ganzen mittleren Landesteil verteilt.

Himba:

deren Siedlungsgebiet das Kaokoveld ist.

Nama:

leben über das ganze Land verstreut, der größte Teil ist im mittleren Süden zu finden.

Caprivianer:

Die rund 40.000 Caprivianer, auch Ost-Caprivianer genannt, leben im äußersten Nordosten des Landes an der Grenze zu Angola, Sambia und Botswana. Die beiden größten Völker sind die Mafwe und die Masubia.

Tswana:

Die rund 7.000 Tswana sind die kleinste der ethnolinguistischen Gruppen. Sie leben nordöstlich und südöstlich von Gobabis, im sogenannten Sandveld, das an Botswana grenzt

Baster:

Aus der Vermischung weißer Kolonialherren mit einheimischen Schwarzen entstanden - die rund 30.000 Baster leben im Ort Rehoboth südlich von Windhoek.

Farbige:

50.000 Namibier sind gemischter Abstammung und leben überwiegend in den Städten bzw. in den Farbigen-Vororten.

Weiße:

rund 75.000 europäischer Herkunft; zum größten Teil Deutsche. Sie spielen immer noch eine zentrale Rolle in der Wirtschaft des Landes, besitzen das beste Farmland und arbeiten im Handel, in der Industrie und im öffentlichen Dienst. Die Mehrheit lebt in den Städten Zentral- und Südnamibias.

 

Der Naturraum

Namibia besteht im Wesentlichen aus vier Großlandschaften. (a) Die Küstenzone am Atlantik ist ganz von der Wüste Namib beherrscht, die bis zu 150 km weit ins Landesinnere reicht. (b) Im Osten wird die Namibwüste von dem bis zu 2.000 m hohen Steilanstieg (Große Randstufe) und dem anschließenden, rund 1.700 m hohen Binnenhochland begrenzt. (c) Den dritten Naturraum bildet das östlich gelegene Kalaharihochbecken, zu dem hin sich die zentralen Hochländer leicht abdachen. (d) Im Norden des Landes schließlich herrscht Buschland vor, das über den Landkorridor des Caprivi-Zipfels bis nach Simbabwe reicht. Das Gebiet wird in drei Teile untergliedert: West-Caprivi (sehr sandig mit geringer Vegetation), Ost-Caprivi (sehr wildreich) und das Mafe-Veld (für Viehzucht geeignete Savanne). Intensive Viehhaltung ist wegen des tropischen Klimas und dem daraus folgenden Vorhandenseins der Tse-Tse-Fliege und der Malaria nur sehr eingeschränkt möglich.
Im ganzen Land sind nur wenige Oberflächengewässer anzutreffen. Bis auf den Otjikoto-See und den Guinas-See bei Tsumeb gibt es überhaupt keine natürlichen Seen. Bei den wenigen ständig wasserführenden Flüssen handelt es sich um "Fremdlingsflüsse", also um Flüsse, die in feuchteren Landschaften entspringen und in die ariden Regionen Namibias hineinfließen. Dazu gehören der Kunene und der Okavango im Norden, der Kwando und der Sambesi im Nordosten des Landes, sowie der Oranje im Süden. Der Kwando versickert in den Linyantisümpfen, der Okavango im Okavango-Delta in der Kalahari in Botswana, der Sambesi ist Grenzfluß zwischen Namibia und Sambia und bildet in seinem weiteren Lauf die eindrucksvollen Viktoriafälle an der Grenze zwischen Sambia und Simbabwe, der Kunene und der Oranje fließen in den Atlantischen Ozean. Alle anderen Flußläufe sind fast immer ausgetrocknet, in Namibia nennt man diese Flußbetten "Riviere". Von Bedeutung ist vor allem der Fish River, der mit 660 km längste Fluß des Landes. Er wird bereits in seinem Oberlauf gestaut (Hardap Dam) und führt daher nur noch nach stärkeren Regenfällen auf seiner gesamten Länge Wasser. Kurz vor seiner Mündung in den Oranje hat der Fish River eine eindrucksvolle Canyonlandschaft geschaffen. Von Zeit zu Zeit führen auch in der Landesmitte der Swakop und der Kuiseb, die beide in den Atlantik münden, Wasser. Im Osten füllen sich die Flußbetten von Omatako, Epukiro, Auob und Nossob nur nach heftigen Regenfällen mit Wasser. Meist darf auch im Umkreis der Flußbetten nur beschränkt Grundwasser erwartet werden, da die hier vorherrschenden Lockersedimentdecken das Wasser rasch versickern lassen. Auch wenn darüber hinaus noch eine Reihe von ganzjährigen Quellen und artesischen Brunnen vorzufinden sind, leidet Namibia, vom Caprivi-Zipfel einmal abgesehen, doch unter einem erheblichen Wassermangel, den es mit künstlichen Brunnen und Staudämmen zu beheben versucht. Bedingt durch die großen Klimaunterschiede im Land verfügt Namibia über eine vielfältige Pflanzenwelt. Man findet hier eine an extreme Trockenheit angepaßte Wüstenvegetation ebenso wie eine kälteresistente Hochgebirgsflora und immergrüne tropische Wälder. Beeindruckend ist das Naturschauspiel in kargen, trockenen Halbwüstengebieten nach einem Regen, oft auch schon nach einem kurzen Regenschauer, denn dann verwandeln sich die weiten, kahlen Flächen binnen weniger Tage in einen Blütenteppich von Pflanzen, deren Samen, eingebettet im Wüstenboden, ihre Keimfähigkeit Jahre und Jahrzehnte zu bewahren vermögen. Man unterscheidet zwischen drei Hauptvegetationszonen: Wüste, Savanne, Trockenwald.

Wüste:

Wüstenkürbis Tsamma, Flechten, Köcherbaum (Aloe dichotoma), Nara (unserer Gurke ähnlich), Welwitschia mirabilis (kann über 1.000 Jahre alt werden).

Savanne:

Mopane (Strauch, Baum), Affenbrotbaum (Baobab), Kameldornbaum, Fahlkameldorn, Dreidorn, Akazien, Bergdorn, Kudubusch und Palmen.

Trockenwald:

Feigenbaum, Affenbrotbaum und Akazienarten.

Namibia gilt als eines der tierreichsten Länder des afrikanischen Kontinents, dank der mehr als 20 Tier- und Naturschutzgebiete, die mit 112.236 km² knapp 14 % der Landesfläche einnehmen.

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Verfassung

Namibia ist seit dem 21. März 1990 unabhängig (Nationalfeiertag). In der Verfassung Namibias (Parlamentarische Demokratie) von 1990, die sich an verschiedenen Verfassungen westlicher Demokratien orientiert und auf internationaler Ebene als demokratisch und liberal gilt und innerhalb Afrikas geradezu als mustergültig anzusehen ist, erklärt sich Namibia zu einem unabhängigen, säkularen und demokratischen Einheitsstaat mit Mehrparteiensystem. Die Verfassung garantiert grundlegende Menschen- und Freiheitsrechte sowie rechtsstaatliche Grundsätze. Gedanken-, Rede-, Presse-, Religions- und Versammlungsfreiheit dürfen von keiner Regierung, mit welcher Mehrheit auch immer, eingeschränkt oder abgeschafft werden. Ferner darf sich jeder Bürger innerhalb des Landes frei bewegen, er hat das Recht, frei aus- und einzureisen, sowie das Recht auf freie Berufsausübung. Weiterhin verbrieft die Verfassung das Recht auf Eigentum und das Streikrecht. Die Todesstrafe, menschenunwürdige Behandlung, Zwangsarbeit und jede Diskriminierung aufgrund von Rasse, Glauben, Hautfarbe, Geschlecht, sozialer oder wirtschaftlicher Stellung sind strikt verboten. Eine Inhaftierung ohne Gerichtsurteil ist nur in Ausnahmefällen erlaubt, also bei Notstand oder unter Kriegsrecht. Eine Verfassungsänderung ist nur durch eine Zweidrittelmehrheit in der Nationalversammlung und im Nationalrat möglich. Die Grundrechte aber können nicht geändert werden. Die Macht des Staates ist dreigeteilt in die Legislative, Exekutive und Judikative.

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Die Flagge und das Wappen

Die Nationalflagge Namibias zeigt die SWAPO - Farben (South West African People’s Organization of Namibia) Blau, Rot und Grün. Die Farben sind diagonal angeordnet und durch schmale, weiße Streifen voneinander abgesetzt. In der oberen linken Ecke befindet sich eine Sonne mit Zwölf dreiecksförmigen Strahlen. Das Blau steht für den Himmel Namibias, den Atlantik und die wichtigen Wasservorräte des Landes. Die Sonne symbolisiert die Energie, die Strahlen stehen für die zwölf verschiedenen in Namibia lebenden Sprachvölkern. Mit dem Rot werden die Opfer des Freiheitskampfes und der Heldentum des Volkes symbolisiert. Das Grün bezieht sich auf die Natur und Landwirtschaft der Nation. Weiß schließlich bedeutet Frieden und Einheit.

Abb. 3 Das Wappen von Namibia

Abb. 1 Das Wappen von Namibia

Die Nationalflagge taucht auch im Wappen des Landes auf, wo sie in Form eines Schildes das Kernstück bildet. Rechts und links wird sie jeweils von einem aufrecht stehenden Oryx gehalten, Symbol für Mut, Stolz und Grazie. Auf dem Wappenschild lässt sich auf einem Diamantsockel ein Fischadler mit ausgebreiteten Schwingen nieder. Der für seine Sehschärfe bekannte Fischadler soll die Weitsicht der politischen Führung des Landes symbolisieren. Unter dem Wappensockel breitet eine Welwitschia mirabilis im gelben Wüstensand ihre Blattranken aus; diese sehr seltene Wüstenpflanze steht für den ständigen und erfolgreichen Kampf ums Überleben in Namibia. Das Schriftband am unteren Rand des Wappens enthält die drei Worte, die die Grundprinzipien der Verfassung darstellen: "Unity, Liberty, Justice" (Einheit, Freiheit, Gerechtigkeit).

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Von den ersten Europäern bis zur Kolonialzeit

Im 15. Jh. erforschten die Portugiesen als erste Kolonialmacht die Küste Afrikas, um einen Seeweg nach Indien zu finden. So landeten Diego Cao (1486) und Bartholomeu Dias (1488) an der Skelettküste, aber wegen des fehlenden Süßwassers und der Kargheit der Landschaft wurden keine Handelsniederlassungen gegründet. Im späten 17. Jh. Schickten die Holländer Expeditionsschiffe vom Kap entlang der Küste auf der Suche nach Ackerland und den sagenumwobenen Rinderherden der Einheimischen. So kamen die ersten Weißen Mitte des 18. Jh. aus der Kapprovinz ins Land, als die Holländer und später die Engländer bis über den Oranje vorstießen. Jedoch erschien der Handel mit den Nama nicht profitabel genug.

Wie überall in Afrika spielten die Missionare bei der Entdeckung des „dunklen Kontinents“ für die Weissen auch in Namibia eine entscheidende Rolle. Den Kolonialmächten Holland und England ging es bei der Entsendung von Missionaren weniger um die „Rettung der Seelen“, als um die Einflussnahme auf die Bevölkerung durch Bildung und eine neue Spiritualität. 1791 stieß eine Expedition von Jägern und Händlern bis zu den Ausbergen vor. Anfang des 19. Jh. wanderten die Rehobother Baster und später die Farbigen aus Süden ein. Beide Gruppen haben sich mit den Weißen gemischt und Afrikaans als Muttersprache angenommen. Um 1870 wurden die Baster südlich von Windhoek und die Farbigen um 1925 um Keetmanshoop seßhaft. Die Baster, auch Oorlam genannt, die mit Pferden und Schußwaffen ausgerüstet waren, waren den Nama deutlich überlegen. Die bedeutendste Gruppe kam unter der Führung von Jager Afrikaner (= der die Afrikaner jagt) bis in das Hereroland bei Windhoek. Sie stahlen Vieh und tauschten es bei Händlern vom Kap gegen Gewehre, Munition, Kleidung und Branntwein. So wurden die Rinder zum landesweiten Tauschmittel. Mit den Nama wurden Durchzugs- und Beistandsabkommen geschlossen. Jan Jonker Afrikaner ließ ab 1843 die Wege von Windhoek nach Walvis Bay und zur Lüderitzbucht ausbauen, um den Handel zu intensivieren. Missionare erhielten die Erlaubnis, an verschiedenen Orten zu lehren. So wurde 1814 die Missionsstation Bethanien gegründet. Die europäischen Händler griffen, oft zusammen mit den Missionaren, in die Auseinandersetzungen der verschiedenen Volksgruppen ein. So bewaffneten die Händler Green (England) und Andersson (Schweden) die Herero und bildeten sie sogar militärisch-taktisch aus. Dies und die Feindschaft mit den Witboois, einer weiteren Oorlamgruppe, führte zur Ausrottung der Afrikaner. Die Witboois traten an die Stelle der Afrikaner und lagen nun ihrerseits mit den Herero in bewaffneten Auseinandersetzungen. Durch die ständigen Übergriffe auf die Trecks der europäischen Händler, ersuchte man die englische Regierung um Schutz, aber die Kapregierung war nicht befugt, ihr Protektorat auszudehnen und der englischen Krone war es zu kostspielig. Lediglich Walvis Bay wurde 1878 als einziger natürlicher Hafen unter englische Hoheit gestellt. Da die Sicherheit der deutschen Missionsstation durch die Kämpfe wiederholt gefährdet wurde, baten die Missionare das Deutsche Reich 1880 um Schutz. Zu Beginn seiner Amtszeit zeigt Reichskanzler Otto von Bismarck wenig Interesse an kolonialen Erwerbungen. Nach der Aufteilung Afrikas unter den Kolonialmächten stellte Deutschland fest, dass es wenig „vom Kuchen abbekommen“ hatte – übrig blieb nur der unwirtliche Wüstenstreifen Südwestafrikas. Als einige Jahre später, 1883, der Bremer Kaufmann Lüderitz Land erwarb und ein Handelskontor eröffnete erbat er Reichsschutz, welcher ihm gewährleistet wurde. 1890 wurde das Schutzgebiet zur deutschen Kolonie erklärt. In den folgenden Jahren kam es zu mehreren heftigen Aufständen der Herero und Nama, welche durch deutsche Schutztruppen Niedergeschlagen wurden.

Der Fund des ersten Diamanten 1908 bei Lüderitz ließ Deutsch Südwest-Afrika in neuem Glanz erstrahlen. Lüderitzbucht entwickelte sich zur florierenden Stadt – das umliegende Land wurde zum Sperrgebiet erklärt. Bis 1913 wurden Diamanten im Wert von 52 Millionen Mark gefördert, des Weiteren wurde eine Eisenbahnlinie zwischen Lüderitz, Keetmanshoop und Windhoek errichtet. Mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 endete die Blütezeit in Südwestafrika – die Deutschen wurden von den aus Südafrika kommenden Engländern nach Norden verdrängt.

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Der Weg in die Unabhängigkeit

1978 wurden einige die Rassendiskriminierung betreffende Gesetze aufgehoben, im Oktober das Mischehen- u. Unsittlichkeitsgesetz und das Paßgesetz, welches der nichtweißen Bevölkerung nur bedingt die Ausstellung eines Passes zugestand. Dies gewährleistete die volle Bewegungsfreiheit und den Zugang zu öffentlichen Einrichtungen. Im Mai erfolgte das allgemeine Gesetz zur Abschaffung der Rassendiskriminierung und im Juni die Verfügung ‘Gleicher Lohn für gleiche Arbeit‘.
Nach vielen vergeblichen Verhandlungen in Genf (1981), auf den Kapverdischen Inseln (1982) und in Lusaka (1984) kam 1988 die plötzliche Wende auf den Treffen von London, Kairo, New York und Genf (alle zwischen 3. Mai und 5. August). Fünf weitere Treffen in Brazzaville brachten am 13. Dezember bereits das endgültige Ergebnis, einen Zeitplan für die Unabhängigkeit Namibias auf der Basis der UNO-Resolution 435 von 1978.
Ende 1989 gewann bei den Wahlen die Befreiungsorganisation SWAPO die absolute Mehrheit der Stimmen. Darauf aufbauend wurde am 21. März 1990 das ehemalige Südwestafrika unabhängig und erhielt damit offiziell den neuen Namen NAMIBIA. Von nun an galt es eine neue, auf demokratische Grundsätze beruhende Gesetzgebung und die regionale Einteilung des Landes in die Tat umzusetzen. Namibia ist jetzt eine parlamentarische Demokratie, und die neue Verfassung gilt als eine der liberalsten in Afrika. Das Prinzip der Gleichheit hinsichtlich Rasse, Geschlecht und freie Religionsausübung ist garantiert. An der Spitze der Republik steht der vom Parlament gewählte Präsident Sam Nujoma, der zugleich Regierungschef, Oberbefehlshaber der Streitkräfte und Führer der SWAPO ist.

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Geographie - Klima - Bevölkerung - Naturraum - Verfassung - Wappen - Historie - Unabhängigkeit

 

 



© B. Merkel, 30.06.2004 http://www.geo.tu-freiberg.de/studenten/namibia/namex_hp/allgemeines.htm
 
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