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4. und 5. Tag (Do 29. und Fr 30.08.2003) Windhoek - Waterberg

Protokollantin: Denise Roch

 

Routenübersicht / Wegbeschreibung

Hauptziele dieses Routenabschnittes sind der Waterberg und die Besichtigung der Okorusu-Mine. Als zusätzliche Anfahrtspunkte boten sich die Omatako-Berge sowie die Dinosaurierspuren auf der Farm Otjihaenamaparero an.

Aufschlüsse

29.8.2003: 1. Straßenaufschluss an der B1 (Granite in Wollsackverwitterung), 2. Omatako-Berge, 3. Dinosaurierspuren auf der Farm Otjihaenamaparero, 4. Okorusu-Mine, Übernachtung im Camp Barnabé de la Bat

30.8.2003: 1. Waterberg, nach Mittagspause Weiterfahrt über Outjo in die Etosha-Pfanne

Route

Windhoek – B1 nach Okahandja, dann weiter Richtung Otjiwarongo – 15-20 km nördlich von Okahandja Straßenaufschluss – 90 km nördlich von Okahandja Omatako-Berge - D2404 (rechtsseitige Abzweigung) direkt nördlich der Omatako-Berge Richtung Kalkfeld – nach rund 50 km nach rechts auf die D2414 einbiegen – nach etwa 15 km Farm Otjihaenamaparero (Dinosaurierspuren) – weiter auf der D2414 bis nach Kalkfeld – C33 bis Otjiwarongo – B1 Richtung Otavi – Mine Okorusu (ist ausgeschildert) – zurück auf B1 nach Otjiwarongo – weiter auf B1 Richtung Okahandja/Waterberg – C22 Richtung Okakarara – nach rund 40 km abbiegen auf D2512 – nach etwa 18 km Abzweig zum Waterberg-Park nutzen – Übernachtung im Camp Barnabé de la Bat – Waterberg (zu Fuß)

Nach Besichtigung der Mine war aufgrund der fortgeschrittenen Tageszeit ein Besuch des Waterberges nicht mehr sinnvoll, daher wurde die Übernachtung von Otjiwarongo zum Camp Barnabé de la Bat am Fuß des Waterberges umgeplant, so dass dieser direkt am folgenden Morgen besucht werden konnte.

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Routenpunkte

Straßenaufschluss an der B1, Damara-Granite

Bewegt man sich auf der B1 von Windhoek aus nach Norden, durchfährt man bis Okahandja zunächst mächtige Grauwackenserien der Otavi-Fazies. Etwa 15 bis 20 km nördlich von Okahandja gelangt man in das Gebiet der Damara-Granite. Diese syn- bis postorogenen Granite stellen die Erosionrelikte des Damara-Orogens dar, dessen Erosion im Karbon bis Perm begann und das Gebirge nahezu vollständig abgetragen hat. Die heute oberflächlich anstehenden Granite bilden den Rumpf des Gebirges, sind jedoch ebenfalls bereits tiefgründig verwittert, was sich an der typischen Rotfärbung und der beginnenden Bodenbildung zeigt (vergleiche Abbildung 1 a und b).

Abb. 1a: Strassenaufschluss an der B1; Abb. 1b: Detailaufnahme vergruster Granit 

Der Gesteinsanschnitt im Aufschluss weist neben einzelnen, leicht pegmatitisch überprägten Quarzgängen einen noch relativ hohen Feldspatanteil auf. Zudem finden sich einzelne eingeschuppte (teilweise stark foliierte) Xenolithe, zum Beispiel Glimmerschiefer. Die Foliation spricht für die Synorogenität der Granite.

In den Senkenbereichen zwischen den Graniterhebungen werden durch alluviale Einspülungen Ebenen ausgebildet.

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Omatako-Berge

Etwa 90 km nördlich von Okahandja erheben sich zwei markante, kegelförmige Inselberge 700 bis 800 m aus der Hochebene. Dies sind die Omatako-Berge, in Herero als Hinterbacke bzw. Popobacke bezeichnet, von denen die westliche Erhebung mit einer Höhe von 2289 m nur etwa 300 m niedriger als der höchste Berg Namibias, der Brandberg, ist.

Stratigrafisch gesehen stellen die Omatako-Berge Erosionsreste der Karoo-Formation dar. Die Basis der Berge bilden die triassischen, in kühlfeuchtem Klima abgelagerten Alluvialebenensedimente der Omingonde-Formation, welche hier eine reichhaltige Reptilien-Fauna und Dicrodium als typische Flora aufweist. Jedoch sind diese Schichten größtenteils von den Schuttfächern erodierter, sich im Hangenden befindlicher Einheiten verdeckt. Oberhalb der Schuttfächer erkennt man vereinzelte Steilwände aus dem roten Sandstein der Etjo-Formation, einem obertriassischen bis unterjurassischen Äolianit. Dieser erreicht hier mit vereinzelten Einschaltungen von Evaporiten und Playa-Sedimenten 80 bis 90 m Mächtigkeit. Den Topbereich der Omatako-Berge mit 300 m Mächtigkeit bilden Basalte bzw. Dolerite. Diese repräsentieren den Karoo-Vulkanismus (Etendeka), wobei die Platznahme der Basalte als Decken bzw. Flutbasalte und die der Dolerite als subvulkanische Gänge erfolgte.

Abb. 2: Omatako-Berge, von Südosten gesehen

Morphologisch werden die unterschiedlichen Topschichten durch verschiedene Hangneigungen deutlich. Da die Basalte verwitterungsresistenter sind, bilden sie die glatten Hänge des höheren (von Süden aus gesehen östlichen) Gipfels. Dahingegen wird der niedrigere (westliche) Gipfel aus dem dunkleren, kugelförmig verwitternden Dolerit gebildet.

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Dinosaurier-Spuren von Otjihaenamaparero

16 km südöstlich von Kalkfeld auf der Farm Otjihaenamaperero 92 im Otjiwarongo-District finden sich im Sandstein der Etjo-Formation Spurenfossilien von Dinosauriern.

Diese Spuren bestehen aus Abdrücken unterschiedlicher Größe und unterschiedlichen Alters. Die älteren Spuren weisen u. a. zwei sich kreuzende Einzelspuren mit insgesamt mehr als 30 Abdrücken auf, wobei sich die längere der Spuren über mehr als 28 m verfolgen lässt. Hinzu kommen vereinzelte Individualabdrucke. Die jüngeren Spuren weisen deutlich weniger Abdrücke auf, auch lassen sich die Spuren kaum über mehr als zwei bis drei Meter verfolgen.

Der Etjo-Sandstein im Bereich der Farm ist stark geklüftet, sehr gleichkörnig und weist eine grobe horizontale Bankung auf. Dies lässt eine ursprüngliche Bildung als Dünensande vermuten, welche nach ihrer Ablagerung erneut, fluviatil umgelagert und so gebankt wurden. Möglicherweise handelt es sich hier um Interdünensedimente, da die Spuren insgesamt gut erhalten sind. Denkbar ist, dass die Spuren an vereinzelten Wasserstellen zwischen den Sanddünen unter zunehmend aridem Klima entstanden, wo sich die Tiere folglich zur Wasserversorgung konzentrierten und entsprechende Spuren im feuchten Sediment hinterließen. Zur Erhaltungsfähigkeit der Spuren gibt es zum einen die Theorie der Verfestigung durch Bildung von Algenmatten in den Spurvertiefungen, wobei die Matten bei Austrocknung der Vertiefungen verkrusten. Zum anderen könnten sich aus Gips bzw. Efflueszenzen bildende Kristallrasen zu einer Zementation der Abdrücke geführt haben.

Abb. 3: Einzelabdruck ("ältere" Spur)

Alle vorhandenen Spuren stammen von dreizehigen Reptilienformen, wobei es sich bei den größeren und vermutlich älteren Spuren mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine permanent bipede Reptilienform der Ordnung Therapoda handelt. Diese Abdrücke weisen eine Größe von bis zu 45 mal 35 cm (siehe Abbildung 3) und (als Schrittspur) eine Schrittweite von etwa 70 bis 90 cm auf. Die Größe der Abdrücke in Verbindung mit den Schrittweiten lassen auf eine Körpergröße des Reptils von 3 bis 3,5 m schließen.

Abb. 4: Schrittspur, ebenfalls dreizehige, bipede Form ("jüngere" Spur)

Aufgrund der fortschreitenden Aridisierung reduzierten sich die ursprünglich weitverbreiteten Seeflächen zunehmend, dabei wurde die Verlandung zusätzlich durch den äolischen Eintrag von Sanden gefördert. Entsprechend verringerte sich das Wasserdargebot, größere Lebensformen mussten ihren Lebensraum verlagern oder starben aus. Lediglich kleinere Formen konnten mit dem geringen zur Verfügung stehenden Wasser überleben, was sich in der Größe der erhaltenen Abdrücke wiederspiegelt (siehe Abbildung 4).

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Waterberg

Das Waterberg-Plateau befindet sich östlich von Otjiwarongo. Es erstreckt sich mit variierender Breite, die zwischen 8 und 16 km schwankt, über 48 km in südwest-nordöstlicher Richtung. Mit einer Höhe von 1700 m stellt es ein Erosionsrelikt der Karoo-Supergruppe dar.

Neben dem Waterberg zählen noch der Klein Waterberg, die bereits erwähnten Omatako-Berge sowie der Mt. Etjo zu den Erosionsresten eines ursprünglich über 300 km breiten Plateaus.

Geologie

Abb. 5: Schnittdarstellung der Entwicklung des Waterberges (aus GRÜNERT 1999)

Bei der Bildung des Waterberges lassen sich zwei Phasen unterscheiden, zum einen die sedimentär-magmatische Phase und zum anderen die tektonische Phase. Während der sedimentären Phase erfolgte zunächst die Ablagerung von Tilliten (Moränenmaterial) der Dwyka-Gruppe, welche die Basis der Karoo-Sequenz bilden. Zwischen 240 und 180 Mio. Jahren lagerten sich über der Dwyka-Gruppe die bis zu 500 m mächtigen Sandsteine, Tonsteine und Konglomerate der Omingonde-Formation ab. Aus dem zunehmend ariden Klima vor 200 Mio. Jahren ging die Etjo-Formation hervor, welche sich im Hangenden anschließt. Im Basisteil dieser Formation finden sich grob gebankte Sandsteine ohne Internschichtung, was auf Transport in Suspension und schichtflutartige Ablagerung schließen lässt. Die Gleichkörnigkeit der Sandsteine (Körnerdurchmesser <2 mm) spricht dabei für eine primär äolische Akkumulation und erst anschließende fluviatile Umlagerung. Im Topbereich der Etjo-Formation finden sich gleich- und feinkörnige Sande in planaren Schrägschichtungssets (siehe Abbildung 6), was insgesamt für eine Ablagerung als Dünensande spricht. An den Dünenfüßen jedoch lassen sich grobkörnigere Phasen sowie vereinzelt Tonklasten, Wurzelröhren und Grabgänge erkennen. Dies sind Anzeichen dafür, dass es sich beim Ablagerungsmilieu nicht um eine Vollwüste sondern eher um eine Halbwüste gehandelt haben könnte. Vereinzelt sind bis zu 100 m mächtige Dünen dieser (Halb-)Wüste erhalten.

 

Abb. 6: Hangkante des Waterberg, deutlich erkennbare senkrechte Klüftung des Etjo-Sandsteines 

Abb. 7: Topbereich des Waterberges mit erkennbarer Schrägschichtung im Etjo-Sandstein

Das Ende der Karoo-Zeit vor ca. 130 Mio. Jahren ist gekennzeichnet durch starke magmatische Ereignisse. Diese sind am Waterberg durch zahlreiche intrudierte Dolerit-Gänge belegt. Die für die Karoo-Zeit typischen Basalt-Decken finden sich jedoch im Bereich des Waterberges nicht, wobei noch ist ungeklärt, ob die Basaltströme generell nicht in dieses Gebiet vorgedrungen sind oder ob sie bereits wieder erodiert wurden. Aufgrund der stark an eine Frittung erinnernden senkrechten Klüftung (vergleiche Abbildung 5) des Etjo-Sandsteines könnte man jedoch eine Erosion der Basaltdecken vermuten, da für eine solche thermische Überprägung ein erhebliches Temperaturpotenzial notwendig ist.

In der Folgezeit dominierten tektonische Prozesse die Entwicklung des Waterberges. So kam es als Folge der Spaltung Gondwanas zu isostatischen Hebungen der Kruste, welche sich vorwiegend auf die Küstenregionen konzentrierte. Dadurch bildeten sich im Kontinentinneren Depressionen, so auch das Kalahari-Becken. Aufgrund der tektonischen Bewegungen wurden alte Störungssysteme reaktiviert, unter anderem die Waterberg-Omaruru-Störung. Entlang dieser Störung kam es dann zu einer Deckenüberschiebung, wobei das Damara-Grundgebirge in südöstlicher Richtung über die Karoo-Sequenz geschoben wurde. Direkte Folge dieser Überschiebung war die Verkippung des nordwestlichen Teils des Berges nach Südosten – dieser Teil bildet heute die Okarukavisa-Berge. Aufgrund der höheren Erosionswiderstandsfähigkeit der Damara-Gesteine war die Erhaltung des Waterberges als Plateau möglich. Die heutige Toplage des Waterberges bilden geringmächtige äolische Sande, deren Herkunftsgebiet in der Kalahari liegt.

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Hydrogeologie

Der Name Waterberg stammt vom Wasser, welches am Fuß des Waterberges in insgesamt 40 Quellen austritt und Grund für einen relativ grünen Vegetationsgürtel um den Waterberg herum ist (vergleiche Abbildung 8). Möglich werden diese Quellaustritte durch Regenfälle, deren Wasser auf der Fläche des Plateaus und in den Etjo-Sandstein, ein mittelmäßiger Aquifer, hinein versickert und so zunächst grob gefiltert wird. Direkt im Liegenden des Etjo-Sandsteines befindet sich die stauende Omingonde-Formation, so dass es an der Basis des Etjo-Sandsteins bei ausreichender Wassermenge zur Ausbildung von Schicht- bzw. Stauquellen kommen kann.

Die größte Quelle besitzt dabei eine Schüttung von 3 m³/h (~ 0,8 L/s). Sie ist sowohl eine Schicht- als auch eine Stauquelle, ihr Austritt ist ungefasst – lediglich zwei Sammelbehälter sammeln das Wasser, welches u. a. zur Wasserversorgung des Camps Barnabé de la Bat am Fuß des Waterberges dient.

Abb. 8: Vegetationsgürtel am Waterberg - weiße "Fahnen" am Sandstein sind Spuren von Wasseraustritten

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Allgemeine und historische Informationen

Das gesamte Gebiet des Waterberges steht seit 1972 als Waterberg-Plateau-Park unter Naturschutz, seit dem ist der etwa 41000 ha große Park zweigeteilt: Zum einen in einen sich selbst überlassenen Wildteil (Wilderness Area), und zum anderen in einen Teil, in dem von Pisten aus und an künstlichen Wasserstellen Tierbeobachtung möglich ist. Auf dem Plateau selbst gibt es heute rund 90 verschiedene Säugetierarten, darunter sehr seltene oder vom Aussterben bedrohte Arten. Neben Breit- und Spitzmaulnashörnern, Büffeln, Gnus, Warzenschweinen und Giraffen gibt es Leo- und Geparden sowie zahlreiche Antilopenarten im Park, darunter Oryx, Kudus, Pferde-, Rappen-, Elen- und Kuhantilopen. Des Weiteren leben 13 Frosch- sowie 20 verschiedene Fledermausarten auf dem Plateau.

Im Park sind heute etwa 200 Vogelarten registriert, darunter der seltene Kap-Geier, dessen einzigster Brutplatz in Namibia sich am Waterberg befindet.

Abb. 9: Soldatenfriedhof der Deutschen am Waterberg

Unweit des Camps Barnabé de la Bat befindet sich der deutsche Soldatenfriedhof, der an die Schlacht zwischen deutschen Soldaten und vertriebenen Herero am 11. August 1904 erinnert. Grund dieser Schlacht war die während der Kolonialzeit geplante Vertreibung aller Herero aus ihrem ursprünglichen Siedlungsgebiet in ein Reservat am Waterberg. Der am Waterberg ansässige Herero-Stamm wehrte sich zuerst und Samuel Maherero, der von den Deutschen willkürlich zum Häuptling aller Herero-Stämme erklärt worden war – ohne tatsächliche Anerkennung durch alle Stämme zu erhalten, ließ im Januar 1904 die Ermordung aller deutschen Männer befehlen. Nach dem Tod Hunderter Deutscher erging vom deutschen Militär der Befehl, alle Herero zu töten bzw. des Landes zu vertreiben. Etwa 60000 von ihnen - rund drei Viertel aller Herero - konnten sich im August 1904 auf das Waterberg-Plateau flüchten, wo sie jedoch am 11. August 1904 in eine offene Schlacht mit den deutschen Soldaten gerieten. Den Überlebenden stand nur der Fluchtweg nach Osten Richtung Britisch-Betschuanaland durch die Omaheke-Wüste offen, wo viele von ihnen starben. Von den insgesamt 60000 geflohenen Herero überlebten nur etwa 15000, unter ihnen Samuel Maherero.

Persönliche Eindrücke

Die für Otjiwarongo geplante Übernachtung wurde an den Waterberg verlegt, was trotz des sehr staubigen Zeltbereiches im staatlichen Camp Barnabé de la Bat am Fuß des Waterberges eine gute Entscheidung war, da man direkt am nächsten Morgen mit der Wandertour auf den Waterberg beginnen und so die Hitze der Mittagszeit vermeiden konnte. Die von uns gewählte geführte Wanderung ist sehr zu empfehlen, da durch den Guide viele Zusatzinformationen zu Fauna und Flora - viele Dinge hätte man sonst übersehen bzw. nicht erkannt – sowie zu historischen Ereignissen und religiösen Orten und Pflanzen vermittelt wurden. Nach dieser Tour bot der Swimmingpool des Camps, welches als eines der schönsten des Landes gilt, trotz recht geringer Wassertemperaturen eine angenehme Entspannungsmöglichkeit.

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Okorusu-Mine

Die Grube Okorusu stellt das größte namibische Vorkommen an Fluorit und zugleich den landesweit größten Fluoritproduzent dar. Zudem ist die Fluoritgrube von Okorusu eine von weltweit lediglich drei kommerziell nutzbaren Fluoritvorkommen, welche in Verbindung mit Karbonatit gebracht werden können, da sich die Grube Okorusu in metasomatischen Fluorit-Ausscheidungen im Karbonatit des Okorusu Alkalikomplexes befindet. Trotz diverser Fluorit-Mineralisationen in verschiedenen Lagerstättentypen, konzentriert sich der Fluoritabbau in Namibia auf einzelne Gruben, hierzu zählt auch die Okorusu-Mine.

Die Mine selbst liegt im nördlichen Zentralnamibia, im Grenzbereich der Distrikte Otjiwarongo und Grootfontein, etwa 48 km nördlich der Ortslage Otjiwarongo.

Geschichte und Besitzverhältnisse der Grube

Das Fluoritvorkommen von Okorusu ist bereits seit der deutschen Kolonialzeit bekannt. Der erste, relativ unbedeutende Abbau erfolgte in den 1920`ern durch eine Privatfirma, welche lediglich kleinere zwei Stollen in den Haupterzkörper trieb. 1946 gingen die Schürfrechte an die südafrikanische Firma ISCOR über. Deren Tochterfirma IMEX übernahm Okorusu 1949 und führte eine extensive Exploration des Gebietes durch. In den Folgejahren bis 1955 wurden von IMEX insgesamt 200.000 t Erz abgebaut. Der Abbau stoppte, als neue Fluoritvorkommen in Südafrika entdeckt wurden. Obwohl einige kleinere Vorkommen östlich des Haupterzkörpers im Besitz der Tsumeb Corporation und ab 1972 der Bethlehem Steel waren, erfolgte dort keine Fluoritproduktion. 1988 wird die Mine schließlich durch Okorusu Fluorspar (Pty) Limited wieder eröffnet und die Produktion wieder aufgenommen. Ab 1997 befand sich die Mine im Besitz der belgischen Firma SOLVAY, heute ist die Mine jedoch der Ongopolo Mining Limited angegliedert.

Geologie

Der Fluorit in Okorusu ist assoziiert mit dem Okorusu-Alkalin-Komplex, der die nordöstlichste Intrusion einer Reihe jurassischer bis kretazischer alkaliner Ringkomplexe darstellt, welche sich von Okorusu bis nach Cape Cross an der Küste erstrecken. Die karoozeitliche Intrusion dieser Komplexe erfolgte hier in die Metasedimente der Swakop-Gruppe, aus denen der Okorusuberg vorwiegend besteht. Dabei lässt sich der Zeitpunkt der Intrusion des Okorusu-Karbonatitkomplexes genau zwischen den Erguss der Etendeka-Basalte und die Kalkrand-Drakensberg-Basalte einordnen. Grund hierfür ist die Anlage des Okorusu-Komplexes auf einer Transformstörung bzw. einer alten, damarazeitlichen Störung.

Die im Bereich von Okorusu anstehende Swakop-Gruppe gehört zur präkambrischen Damara-Serie. Diese Metasedimente bestehen aus Quarziten und Schiefern sowie dolomitischen Marmoren im westlichen Bergbereich und Chuos-Miktit im südlichen Bereich. Die kompletten Sedimente wurden isoklinal verfaltet und weisen dadurch heute ein steiles nordwärtiges Einfallen auf, das oft 60° übersteigt. Große Teile der Sedimente in den südlichen und nördlichen Randbereichen des Okorusu-Komplexes wurden alteriert, zudem lassen sich verschiedenste Erscheinungen der Kataklase und des Metasomatismus beobachten. Meist findet sich dabei fenitisiertes Nebengestein – durch das Eindringen von Fluiden, welche aus der nahen, tertiären Karbonatit-Intrusion stammten, erfolgte eine metasomatische Umwandlung insbesondere der Sandsteine mit anschließender Neubildung v.a. alkalireicher Minerale. In das fenitisierte Gestein drangen später fluoritreiche Fluida ein, durch welche es zur Platznahme von Fluoriten kommen konnte.

Mineralbestand

Der Fluorit des Okorusu-Komplexes tritt in einer Verdrängungslagerstätte auf. Es lassen sich mehrere Typen des Fluoritvorkommens unterscheiden, von denen das Auftreten in massiven Verdrängungskörpern in einem mittelkörnigen Kalkstein die wirtschaftlich bedeutendste ist. Die weiteren Vorkommen sind zum einen verstreute Körner von Fluorit in einem Feldspat-Limonit-Calcit-Gestein und zum anderen Fluorite als Aderfüllungen entlang von Spalten sowie als unregelmäßiges Stockwerksmineral in Brekzien.

Neben Fluorit findet man im Okorusu-Komplex mineralische Beimengungen von Calcit, Fluor-Apatit, Quarz, Baryt, Strontianit, Feldspat und Magnetit sowie verschieden Tone und andere Verwitterungsprodukte.

 Abb. 10 a-c: Verschiedene Fluorvarietäten der Mine Okorusu; c: Seltene Anlauffarben auf Fluorit

Ausbildung der Erzkörper

Im Okorusu-Komplex sind zurzeit drei Erzkörper bekannt, Körper A, B und C. Die gesamten, 1988 bekannten in-situ-Reserven der drei Erzkörper betragen schätzungsweise 6,5 Mio. t Erz bei einem Fluoritgehalt, der zwischen 40 und 80 % CaF2 schwankt.

Körper Abefindet etwa in der Mitte des südlichen Hanges des Okorusu-Berges. Er ist ein irregulärer, länglicher, massiver Körper, der eine Länge von etwa 300 m und eine maximale Breite von rund 50 m aufweist. Das Erz dieses Körpers besteht aus Aggregaten von farblosen bis grauen, violetten und grünen Fluorit. Hauptbestandteil der Grundmasse ist jedoch Quarz. Weitere Bestandteile sind vereinzelte Apatitprismen sowie Calcit und Baryt als Akzessorien. Die Erzkonzentration an CaF2 liegt bei 60 %. Aufgrund der Massivität dieses Körpers ist ein einfacher Abbau möglich.

Abb. 11: Erzkörper A

Der Erzkörper B wurde zum überwiegenden Teil durch die Verdrängung von dolomitischem Marmor und Biotitschiefern gebildet. Er streicht südostwärts über den Gipfel der Okorususpitze und weist ein steiles Einfallen nach Nordost mit Winkeln zwischen 50° bis75° auf. Der Körper besitzt eine Länge von etwa 300 m bei einer Breite von 40 bis 60 m. Das Fluoriterz ist annähernd lagig oder in Linsen im Wechsel mit fenitisierter Grauwacke angeordnet. Die fluoritisierte Zone ist dabei weniger massiv als im Körper A, wobei die Fluoritlagen in ihrer Mächtigkeit zwischen wenigen cm bis zu 10`er m schwanken. An der Basis des Erzkörpers findet sich die bestentwickelte Lage, die allein rund 75 % der berechneten Reserven dieses Erzkörpers beinhaltet.

Abb. 12 : Erzkörper B 

Erzkörper C ist ebenfalls eine unregelmäßig ausgebildete Linse, welche in einer Störung ausgebildet ist und so dolomitischen Marmor schräg durchstoßen kann. Die ergiebigste Mineralisation findet sich im Kontaktbereich von Störung und Marmorschicht. Aus diesem Grund wird diese Lagerstätte auch als fissure-vein Verdrängungslagerstätte bezeichnet. Die Gesamtlänge des Erzgangs beträgt 390 m, der Gang ist in weiten Teilen jedoch sehr geringmächtig, allerdings steigt die Mächtigkeit an einer Stelle auf bis zu 40 m auf einer Streichlänge von rund 150 m an. Der Erzkörper C befindet sich zurzeit noch nicht im Abbau.

Abb. 13 : Handsortieranlage als Schulungszentrum zum Erkennen der Fluorite

 

Abb. 14: Tailings der Mine Okorusu

Persönliche Eindrücke

Zur Okorusu-Mine ist zu sagen, dass eine ausführlichere Führung wünschenswert gewesen wäre, sehr positiv wurde jedoch die Möglichkeit, selbstständig Mineralien zu sammeln und aus der Mine auszuführen, aufgenommen und dementsprechend genutzt. Des Weiteren war die kurze Einführung in die Bearbeitung der Fluorite durch Herrn Chris Johnston informativ, die von ihm zum Verkauf angebotenen Fluorite fanden ebenfalls einzelne Käufer.

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Literatur

 



© B. Merkel, 03.07.2004 http://www.geo.tu-freiberg.de/studenten/namibia/namex_hp/Tagesberichte/29u300803.htm
 
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