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Theorie

Fahrtroute (1. Aufschluss - Richtung Lüderitz)

Touristisches - Literatur

 

16. Tag (Mi 10.09.03) Betta Camping Site - Lüderitz

Protokollant: Thomas Hollands

Route

Fahrt durch das Namaland (Rooirand - Tirasberge) über Helmeringshausen und Aus (C13) nach Lüderitz (B4); Nachmittags frei; Übernachtung auf dem Lüderitz Stadtcamping, Halbinsel Shark Island.

 

Theorie

Auf dieser Etappe der Reise befassen wir uns näher mit der Namaplattform sowie mit den präkambrischen und ältesten Sedimenten der Namagruppe, den Kuibissedimenten.

Die Namaplattform besteht aus zwei Teilen: dem älteren und damit tiefer liegenden stark gefalteten Namaque-Metamorphitkomplex und dem darauf diskordant aufliegenden Sinclairkomplex. (nach Exkursionsnachbericht: Lagerstättenkundliche Exkursion – Namibia 1999 – 17.9.03) Der Rooirand, wie die Kuibissubgroup wegen ihrer roten Färbung bei Sonnenuntergang auch genannt wird, besteht aus hellen Quarziten und Schwarzkalken. Man findet ihn z.B. südlich von Helmeringshausen östlich der C13 aufgeschlossen. Er lagert auf der Sinclair-Sequenz auf. Westlich der C13 sind sowohl Rooirand als auch Sinclairsequenz wegerodiert worden und haben die Hügellandschaft der Tirasberge entstehen lassen. Die Tirasberge sind Granite bzw. Granitoidkörper, die in die Sinclairsequenz hinein intrudierten und zurückblieben als dies erodiert wurde. Die Landschaft der Tirasberge vermag einen Eindruck zu vermitteln wie in etwa die Oberfläche der eingeebneten Sinclairsequenz vor 650 Ma ausgesehen hat als dort die Sedimente der Kuibissubgroup abgelagert wurden.

Im südlichen Abschnitt der Etappe überqueren wir auf dem weg nach Aus das Trockenbett des Koichab-Riviers in dessen tertiären alluvialen Sedimenten fossiles Grundwasser zur Wasserversorgung von Lüderitz gewonnen wird. Die Landschaft auf dem Weg nach Lüderitz besteht zu großen Teilen aus quartären Lockersedimenten auf denen Inselberge kristallinen Metamorphitkomplexes herausragen. Bei Lüderitz steht anatektisch aufgeschmolzenes Gestein des Sinclairkomplexes an. Auf der Lüderitzhalbinsel selbst sind die letzten nordwestlichen Ausläufer des Garipkomplexes zu finden, der im Süden des Landes liegt und auch für die Bildung der Mine Rosh Pina von Bedeutung ist.

(Übersicht)

 

Fahrtroute

Unseren ersten Stopp machten wir bereits nach 50 km um die nun häufig auf Telegraphenmasten vorkommenden Webervögelkolonien fotographisch festzuhalten. Einige Kilometer weiter konnten wir bei einer besonders großen Webervogelkolonie, die einen ganzen Baum umfasste, unter anderem auch ein Gestein mit porphyrischem Gefüge finden.

1. Aufschluss

117 km nach dem Beta Rest Camp fand unser nächster Stopp statt. Auf der rechten Seite der C13 kurz hinter Helmeringshausen konnten wir Granite und Metamorphite aus Sedimenten herausragen sehen. Zu unserer linken sahen wir Sinclairsequen mit diskordant aufliegenden Namasedimenten der Kuibissubgroup. Im Gegensatz zu dem ab Vortag gesehenen Aufschluss bei Houchabfontein fehlen hier die Schwarzrand und Fischriversedimente. Die Kuibissubgroup ist auf Grund einer listrischen, nach Westen einfallenden Störung an dieser Stelle schaufelförmig tiefer abgerutscht. Der Boden ist vom groben gut gerundeten Sandkörnen bedeckt, was impliziert, dass  es sich hierbei um Saltationsfracht handelt. Bei unserem nächsten Stopp 150 km von unserm Ausgangspunkt sahen wir dann zu unserer Linken den Rooirand während sich zu unserer Rechten der Naturpark Tirasberge erstreckte. Die Landschaft der Tirasberge vermittelt einem einen Eindruck von der Landschaft wie sie vor der Ablagerung der Namagruppensedimente ausgesehen haben könnte.  Man kann viel Quarzgeröll finden und sieht das diskordante Basement aufgeschlossen, auf dem die Kuibissubgrup abgelagert ist.

Abb. 1: Tirasberge

Am Fuße des Basements kann man den Verlauf eines trockenen verwilderten Flusssystems erkennen. Bald darauf queren wir das Trockenbett des Koichabriviers, der im Westen (rechts der C13) in den Dünen der Namib versickert (Koichab pan  vgl. Sossus Vlei). Früher floss der Koichab einmal bis zum Atlantik.

Abb. 2: Randstufe mit verwildertem Flusssystem

(Übersicht)

 

Richtung Lüderitz

Der nächste Stopp liegt schon an der B4 Richtung Lüderitz. Hier liegt auf der linken Seite ein Berg, der oben glatt ist und nach unten heraus verzackt verwittert. Diese besondere Art der Verwitterung beruht darauf, dass tagsüber die Sonne das Gestein aufheizt (Inolation) und der Tau es in der Nacht wieder abkühlt. Dadurch zerbricht die harte Kruste was zur folge hat, dass die Winderosion einsetzen kann.

An einem, der sich in der Ebene erhebenden Zeugenberge konnten wir eine an der Nordseite angelagerte Düne erkennen. Diese Düne ist entstanden als Sand einer Ablagerung äolisch zurück ins Liefergebiet geweht wurde und hier nun im Vergleich zum vorher unsortierten Sand gut sortiert vorliegt. Wenn diese gut sortierten Sande nun wieder fluviatil ins Zielgebiet zurückgeschwemmt werden und sich dort ablagern, stellen sie im Vergleich zu den ursprünglich schlecht sortierten Sanden, die ja ein Faststauer sind, einen potentiellen Grundwasserleiter dar.

Diese gut sortierten Sande könnten nun im Gegensatz im Vergleich zu den ursprünglich schlecht sortierten Sanden, die ja ein Faststauer sind, einen potentiellen Grundwasserleiter dar. Am Ortseingang von Lüderitz stoppen wir das nächste Mal um den hier anstehenden anatektisch aufgeschmolzenen Sinclairkomplex näher zu studieren. Wir finden Anatexite (Quarz-Feldspartgemische) die dem metamorphem Kernkomplex des Orogens entstammen als auch Leucosom mit großen Orthoclasen und Grünblende. Große Teile der Lüderitzhalbinsel sind von schwarzen, langgestreckten Felsenrippen durchzogen, die aus Amphibolit bestehen, der aus der Metamorphose basaltischer Laven am Meeresgrund entstand.

Abb. 3: Anatexis am Ortseingang von Lüderitz

(Übersicht)

 

Touristisches

Die Nacht war arg kalt und wurde anscheinend für die meisten Mitreisenden immer wieder von dem treuen aber hässlichen Boxer „Schnuffi“ gestört. Ich sage anscheinend weil ich selbst von all dem kaum etwas mitgekriegt habe und den Schlaf der seligen geschlafen habe – mal abgesehen davon dass es verflixt kalt war. Der Monduntergang war echt sensationell als wir im Morgengrauen unsere Zelte strichen und gen Süden aufbrachen.

50 Minuten nachdem wir das Camp verlassen hatten wollten wir unser Aufmerksamkeit dann doch einmal den Webervögelkolonien auf den Telegraphenmasten zuwenden. Im Nachhinein könnte man sich fragen wieso da erst aber na gut – so bemerkten wir erst hier, dass Professor Schneider seine Kamera und wie sich später auch rausstellte seinen Schlafsack und seine Isomatte im Camp hatte liegen lassen. Also bleibt dem weißen (oder vielmehr inzwischen weißbraunen) Bus nichts anders übrig als ins Camp zurückzukehren während der Rest weiter Richtung Helmeringshausen fährt um Reifen zu wechseln und im ersten und einzigen Hotel am Platz auf eine Tasse Tee und ein Stück Kuchen einzukehren (Danke Dr. Dietrich). Als „Sehenswürdigkeiten“ hat der Ort außer einem Heimatmuseum und einer Schafverladestation nicht wirklich viel zu bieten und trotzdem scheint sich das Hotel hier zu halten und ist wohl auch regelmäßig gut ausgebucht.

Von hier aus ging es dann nach Reifenwechsel und Eintreffen des weißen Busses weiter gen Lüderitz. Nach einiger Zeit erreichten wir (nachdem wir Tirasberge und Rooirand passiert hatten) die B4,  unsere erste Asphaltüberlandstraße seit langem. So ging es plötzlich schnell bis sehr schnell vorwärts. Ehe wir uns versahen hatten wir Garip mit seinen Pferden und Kolmanskope mit seinem Ruinen aus der Zeit des Diamantenrausches hinter uns gelassen und fanden uns am Ortseingang von Lüderitz wieder.

Abb. 4: B4 Richtung Lüderitz

In Lüderitz fanden wir auch recht schnell den Weg zum Shark Island unserer Campingplatzhalbinsel. Dort angekommen stellten wir relativ schnell fest, dass der Campingplatz zum einen schon bessere Zeiten gesehen hatte (das Land in dem Milch und Honig strömen schön und gut – aber weißes Wasser aus dem Wasserhahn?). Zum anderen, das nun ein frischer Wind durch das Exkursionteam gehen würde – vor allem aber durch unsere Zelte, von denen 3 dem Wind nicht widerstanden und deshalb in ihren Hüllen blieben, und die Bewohner dieser Zelte in den Autos Zuflucht suchen mussten, was aber wie ich hörte gar nicht so schlecht ist, wenn man eine gewisse Körpergröße nicht übersteigt.

Ab hier entzweien sich die Erinnerungsstränge – ich war mit Holger und Denise auf Rundtour um noch die Sehenswürdigkeiten der Lüderitzhalbinsel zu inspizieren, was insgesamt sehr witzig war. Es war noch immer verflixt windig und zwar so,  dass ich mich in den Wind lehnen konnte ohne umzufallen. Wir besuchten die Second Lagoon, wo wir auf Flamingos trafen, fuhren weiter zur Griffithbay um einen Blick auf unsern Zeltpaltz auf der andern Seite der Großen Bucht zu erhaschen, fuhren in den Süden zur Großen Bucht und an der Küste entlang, am Großen Fjord vorbei zur Halifaxinsel, wo wir Brillenpinguine sahen und als krönenden Abschluss der Sonnenuntergang am Diazpoint mit seiner Robbeninsel im Vordergrund und seinem Leuchtturm im Rücken, um dann schnell zurückzufahren um noch den Weg zu finden.

Abb. 5: Diaz Point

Eine andere Gruppe war mit dem Blauen Bus in der Stadt, um sich ein gutes Essen zu gönnen, während die letzte Gruppe auf dem Campingplatz verblieb, um in Ruhe zu kochen, Steine für den Zoll zu zählen und Ähnliches. Am nächsten Morgen war ein freier Vormittag angesetzt, an dem ein Teil der Gruppe nach Kolmankope aufbrach, ein anderer die Halbinselrundtour absolvierte und ein kleiner Rest von 3 Personen, die in Lüderitz verblieben, um sich die Stadt einmal näher anzuschauen und Sachen wie Postkarten, Emails oder Faxe zu erledigen.

Lüderitz fällt durch viele schöne bunte Häuser auf, von denen ich mir allerdings nicht wirklich vorstellen kann, dass sie einmal „typisch“ deutsch waren – na gut, vielleicht vertue ich mich da auch. Die Felsenkirche von Lüderitz besticht, wenn man reinkommt, durch sehr schöne Fenster, die noch von Wilhelm II gestiftet wurden. Gegen Mittag kehrten die 3 Busse nacheinander nach Lüderitz zurück; der blaue Bus hatte mit Blick auf seine Reifen einen ziemlichen Totalverlust erlitten und musste in die Werkstatt, um sich einen neuen Ersatzreifen zu beschaffen und auch den Ersatzreifen des weißen Busses zu erneuern, der inzwischen auch am Blauen Bus gelandet war. Nichts desto trotz war auch dass nach einiger Zeit geschafft und wir konnten Richtung Oranje aufbrechen, nicht ohne auf dem Weg diesmal auch die Wildpferde von Garup zur Kenntnis zu nehmen. Die Wildpferde von Garup stammen vermutlich von Pferden ab, die Baron von Wolf Anfang des 20. Jh. in der Nähe des Beta Rest Camp im Duwisib Castle gezüchtet hatte.

Abb. 6: Garrippferde

Literatur

  • Grünert, N.: Namibias faszinierende Geologie – ein Reisehandbuch, Klaus Hess Verlag, Göttingen 1999
  • Livia und Peter Pack, Namibia, DuMont Reiseverlag, 2002, 424S.
  • TU Bergakademie Freiberg (1999): Lagerstättengeologisch-petrologische Exkursion nach Namibia, 203 Seiten
  • http://www.uni-wuerzburg.de/geo-graduiertenkolleg/exkur/index.htm Exkursionsbericht: 8. Tag Sonntag 28.4.1996 (Christoph Külls/Mario Werner)

 

 



© B. Merkel, 03.07.2004 http://www.geo.tu-freiberg.de/studenten/namibia/namex_hp/Tagesberichte/100903.htm
 
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