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Geologie erleben: Mit dem Eisbrecher in die Arktis |
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von Bernhard Fürst
Die Laptev-See
gilt als bedeutendster Ursprungsort der großen nordpolaren Eismassen, die durch die "Transpolardrift" bis in den Nordatlantik vordringen und damit das Klima in Europa nachhaltig beeinflussen. Die Erforschung dieser Region und der dortigen Naturereignisse in Vergangenheit und Gegenwart ist ein wichtiger Beitrag zur Klimaforschung.
Der Zeitpunktdieser Reise ist genauso ungewöhnlich wie das Wetter, welches die Forscher erwartet. Es ist normalerweise die Zeit, in der die Northern Sea Route, die wichtige nördliche Verbindung nach Fernost, unpassierbar wird und sich selbst die starken russischen Atomeisbrecher zurückziehen müssen. Der "Kapitan Dranitsyn" dagegen begegnet bei ihrer Fahrt durch Barentsee, Kara-See und die gefürchtete Meeresenge von Wilkitsky keine einzige Eisscholle. Als dann bei 80°10´ nördliche Breite endlich die ersten Eisberge auftauchen, können die Stationsarbeiten beginnen. Das bedeutet harte und konzentrierte Arbeit an Deck und auf dem Eis, um den mit 6 Stunden viel zu kurzen Tag optimal nutzen zu können.
Die Geologen setzen schwere Bohrgeräte ein, mit denen vom Meeresgrund Sedimentkerne entnommen werden, währenddessen die Biologen mit Foto- und Videotechnik dem Leben auf dem Meeresgrund und unter dem Eis zu Leibe rücken. Zur Kontrolle von Radar- und Satellitensystemen unternehmen Physiker Hubschrauberflüge und Eisforscher untersuchen Sedimenteinträge genauso wie durch Menschenhand verursachte Kontaminationen.
Die Nachtgehört dann vor allem den russische Ozeanographen und Freiberger Meeresgeologen, die mit elektronischen Sonden Datenprofile zwischen Wasseroberfläche und Meeresgrund aufnehmen. Dabei wird unter anderem eine in 15 bis 20 m Tiefe "schwebende" Warmwasserlinse entdeckt, die möglicherweise in Zusammenhang mit dem späten Zufrieren der Laptev-See steht.Das Bordlebenkommt neben der Arbeit natürlich nicht zu kurz. Ob zum Plausch in der Bar oder Sauna, dem Bergfest im Hubschrauberhangar oder dem Fußballturnier auf der Eisscholle - Anlässe zum Zusammensein und Feiern gab es einige. Und so mancher spülte mit gutem Wodka die kalten Winde des Tages weg, als hätte er einen Orkan durchlebt. Insgesamt wird die Expedition von den Forschern als sehr erfolgreich angesehen. Allein auf deutscher Seite wurden über 2000 Proben genommen, die nun in den Labors in Kiel, Bremerhaven, Potsdam, Heidelberg und Freiberg analysiert und bearbeitet werden.NachtragMittlerweile (4. Quartal 1999) fanden drei weitere Expeditionen ins Eis der Arktis statt. Insgesamt konnten 6 Freiberger Studenten an diesen 6 Expeditionen teilnehmen.Bilder: Martin Antonow Hier noch einige Links zum Thema:
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© webmaster@mail.geo.tu-freiberg.de, 04.12.2000 http://www.geo.tu-freiberg.de/schueler/icebreaker/index.html |
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