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Es gibt ca. 17.000 Geowissenschaftler, die in Deutschland in unterschiedlichsten Berufsfeldern tätig sind. Der größte Anteil (ca. 40%) aller Geowissenschaftler in Deutschland ist in Beratungsfirmen tätig. Dort befassen sie sich mit angewandten Aufgaben wie Wasser- und Abwasser Ver- und Entsorgung, Gewässerbau, Fragen der Wasserqualität oder ingenieurgeologischen Problemen, wie Baugrunduntersuchungen, Stabilität von Böschungen, Hangrutschungen, Fels- und Tunnelbau sowie Bauen im Grundwasserbereich. Andere Arbeitsbereiche sind Altlastenerkundung und Altlastensanierung, Erkundung, Planung und Erschließung von Lagerstätten zur Gewinnung von Massenrohstoffen (Kies, Sand, Ton, Werkstoffe). Sie sind aber auch tätig im Bereich des vorsorgenden Umweltschutzes, der Land- und Forstwirtschaft, der Untersuchung und Verhinderung von Naturkatastrophen (Überschwemmungen, Bergstürze, Erdbeben) und in der Landschafts- und Entwicklungsplanung.

Etwa ein Fünftel aller berufstätigen Geowissenschaftler ist in der Forschung an Universitäten und Forschungsinstitutionen beschäftigt. Das Spektrum geowissenschaftlicher Forschung ist extrem weit und reicht von Untersuchungen zur Zusammensetzung und Aufbau des Erdkernes, dem Aufbau und der Bewegung der Kruste (Plattentektonik), der Erforschung der Ozeane mit den mittelozeanischen Rücken und aktiven Kontinentalrändern bis hin zum Abbau von organischen Schadstoffen in Gewässern sowie der numerischen Modellierung all dieser Prozesse.

Ein weiteres Fünftel aller Geowissenschaftler findet in Behörden, Ämtern und Verbänden eine Anstellung. Hier geht es darum, Rahmenrichtlinien zu erarbeiten, Genehmigungsverfahren durchzuführen und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften zu überprüfen. Im Zuge der Verschlankung von Behörden und Ämtern wurden in den letzten Jahren in diesem Bereich Stellen abgebaut, letztlich führte dies aber nur zu einer Verlagerung des Stellenanteils und zu einer Zunahme der Beschäftigungszahlen im Bereich der Beratungsfirmen.

Ein Fünftel aller Geofachleute arbeitet in verschiedenen Zweigen der Industrie, z.B. in Wasserwerken, Klärwerken, Bohrfirmen, Explorationsfirmen (Gas und Öl) oder aber als Umweltbeauftragte in größeren Industrieunternehmen. Die Rohstoffgewinnung mit Ausnahme der Massenrohstoffe (Kies, Sand, Ton) findet überwiegend nicht mehr Deutschland und Europa statt. Geowissenschaftler mit lagerstättenkundlicher Ausrichtung müssen somit ihr Berufsfeld vor allem in Afrika, Südamerika, Canada, Asien und Australien suchen.

Wie viele deutsche Geowissenschaftler im Ausland im angewandten Bereich und der Forschung tätig sind, ist schwer zu sagen. Fakt ist, daß deutsche Geowissenschafter überall auf der Erde gefragt sind. Neben weltweit operierenden Firmen sind die Arbeitgeber internationale Verbände wie UNO, Weltbank, WHO, UNESCO, aber auch NGO´s (non governmental organisation) wie Greenpeace oder Welthungerhilfe beschäftigen Geowissenschaftler.

Geowissenschaftler sind Naturwissenschaftler, die in einem breiten Aufgabenfeld einsetzbar sind. Wichtig ist neben naturwissenschaftlichem Sachverstand die Beherrschung von mindestens einer Fremdsprache (Englisch), besser aber weiterer Fremdsprachen (Spanisch, Russisch, Chinesisch) und der sichere Umgang mit Standardsoftware (Textverarbeitung, Datenbanken, Grafikprogrammen) und Geoinformationssystemen. In zunehmenden Maße werden Absolventen mit Erfahrung in numerischer Modellierung gesucht. Die Zukunftsaussichten für den Bereich GEO sind gut, denn die Probleme des "Raumschiffes Erde" werden nicht geringer sondern nehmen zu. Und Geowissenschaftler sind für die Lösung dieser Probleme unabdingbar.

 

 



© B. Merkel, 28.04.2007 http://www.geo.tu-freiberg.de/schueler/berufserwartungen.html
 
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