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DFG-GraduiertenkollegGeowissenschaftliche und Geotechnische Umweltforschung
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F o r s c h u n g s p r o g r a m m |
| Forschungsprogramm: |
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Durch die Verbrennung von Braunkohle in der ehemaligen DDR sowie
in Polen und der Tschechoslowakei in Kraftwerken ohne hinreichende
Rauchgasreinigung sind große Mengen an SO2 und NOx in Verbindung
mit organischen Verbrennungsprodukten emittiert worden und werden
teilweise noch immer freigesetzt. Es sollen die Auswirkungen des
atmosphärischen Säureeintrags auf Sicker- und Grundwasser in
Gebieten ohne Carbonatpufferung untersucht werden. Hierbei soll die
Frage geklärt werden, ob es zu irreversiblen Schädigungen gekommen
ist.
Durch den intensiven Bergbau in Sachsen und Thüringen und die damit
notwendige Wasserhaltung sind große Bereiche mit sulfidischer
Vererzung einem intensiven Sauerstoffkontakt ausgesetzt worden. Im
Zuge des Wiederanstiegs des Grundwassers in Verbindung mit dem
Rückgang der bergbaulichen Tätigkeiten stellt sich die Frage, ob und
wie sich wieder natürliche Grundwasserverhältnisse einstellen werden
und wie diese Prozesse gegebenenfalls durch Sanierungsmaßnahmen
beschleunigt werden können. Das Lösungs- und Transportverhalten von
Metallen (z.B. Arsen, Cadmium, Blei) und Radionukliden (z.B. Uran,
Thorium, Radium) unter den gegebenen pH- und Redoxverhältnissen soll
untersucht werden.
Durch die intensive Nutzung von Hydraulikölen im
untertägigen Bergbau kann eine Kontamination des Untergrundes z.B.
mit PCB und leicht- und schwerflüchtigen Kohlenwasserstoffen sowie
BTEX-Aromate nicht ausgeschlossen werden. Polyzyklische aromatische
Kohlenwasserstoffe (PAK) aus der Teerdestillation, Gas- und
Imprägnierwerken und Verbrennungsprozessen werden vor allem im
Hinblick auf die Sorption an hydrophobe Partikel (Braunkohle,
Huminstoffe) und Tonminerale unter den gegebenen pH- und
Redoxbedingungen untersucht. Es soll insbesondere das
Langzeitverhalten untersucht und geprüft werden, durch welche
Maßnahmen schädliche Umweltauswirkungen reduziert oder beseitigt
werden können.
Ablagerungen aus der Erz- und Uranerz- Gewinnung und Aufbereitung
(Halden, Tailings) stellen ein erhebliches Gefährdungspotential für
Grund- und Oberflächenwasser dar, da die Halden und Absetzanlagen
nicht unter dem Gesichtspunkt des Grundwasserschutzes geplant und
gebaut wurden, sondern willkürlich und ohne besondere Schutzvorkehrung
an den Standorten der Erzgewinnung bzw. Erzaufbereitung
angelegt wurden. Die in den Haufwerken und Schlämmen enthaltenen
Eisensulfide stellen ein erhebliches Säurepotential dar sobald oxische
Bedingungen herrschen. Das Sickerwasser aus Halden und Tailings
kann auf pH-Werte < 2 fallen und damit Radionuklide und
Schwermetalle in hohen Konzentrationen mobilisieren.
Ähnliches gilt für
Kippen der Braunkohletagebaue. Ein zusätzliches Gefährdungspotential
ergibt sich teilweise aus organischen Komponenenten unterschiedlichster Herkunft in den Halden, Kippen und Tailings. Fragen der
Komplexierung, Polymerisierung und des kolloidalen Transportes stellen
somit weitere Teilaufgaben dar.
Das Transportverhalten auf Kluftsystemen ist dahingehend zu
untersuchen, ob und wie es zu turbulenten Fließen kommt und welche
Konsequenzen dies für den Schadstofftransport hat. Fragen des
partikulären Transports von Schadstoffen sind in diesem Zusammenhang
mitzubearbeiten. Ein weiterer Bereich ist der Transport von gasförmigen
Stoffen (z.B. Radon, BTEX, flüchtige metallorganische Verbindungen) in
der ungesättigten Zone einschließlich Sorption an Tonmineralen und
Wechselwirkungen mit dem Porensickerwasser. Um spezielle -
Phänomene untersuchen zu können, müssen neue Probenahme- und
Meßtechniken entwickelt werden. Die gilt insbesondere für Kluft
grundwasserleiter und den Einsatz von kontinuierlich messenden
Sensoren.
Zum Themenkomplex Untertagedeponierung und insitu-Immobilisierung
von Altlasten sind Labor-Untersuchungen unter Verwendung neuer
Baumaterialien auf Tonbasis bzw. Zusatz immobilierender Zusätze
vorgesehen, um das Rückhaltevermögen gegenüber verschiedenen Stoffgruppen
zu ermitteln. Gleichzeitig sollen die Verfahren hinsichtlich ihrer
Umweltverträglichkeit überprüft werden. Daneben sind diese Ergebnisse
im halbtechnischen und technischen Maßstab und über natürliche
Analoga abzusichern. Die Ergebnisse solcher Versuche sollen auch
durch numerische Simulationen interpretiert und abgesichert werden.
Zur Interpretation von Meßdaten müssen Modellierung von
Sickerwasser- und Grundwasser-Transport und chemischen Reaktionen
unter Berücksichtigung von Gleichgewichten und Ungleichgewichten mit
festen Phasen, kinetischen Aspekten und mikrobiologisch katalysierten
Reaktionen organischer und anorganischer Substanzen durchgeführt
werden. Zu berücksichtigen ist, daß solche Prozesse teilweise in
Kluftgrundwasserleitern mit und ohne zusätzlichen Porenwegsamkeiten
stattfinden. Multiphasentransport einschließlich konvektivem und
diffusivem Gastransport ist ebenso zu beachten. Für die Bewertung
von Baumaterialien in der Praxis des Deponiebaus und der untertägigen
Deponierung müssen gekoppelte Modelle verwendet werden, die neben
dem Fluidtransport auch chemische Wechselwirkungen und
gebirgsmechanische Prozesse berücksichtigen. Spezielle Probleme
ergeben sich in der wasserungesättigten Zone poröser und klüftiger
Gesteine.
Strategie bei der Modellierung wird es sein, bestehende Modelle so weit
wie möglich als Bausteine zu verwenden und durch geeignete
Schnittstellen miteinander zu verbinden. Eine sorgfältige Dokumentation
und benutzerfreundliche Bedienung sind ebenso anzustreben wie eine
Verifizierung der Modelle an Hand unabhängiger Meßdaten.
Teilbereiche:
Teilbereiche lassen sich regional und inhaltlich definieren. Die regionale Gliederung erfolgt in den Bereich Braunkohletagebau und untertägiger Erzbergbau. Im Bereich der Braukohle lassen sich die zu bearbeitenden Problemfelder wie folgt gliedern:
Die Umweltprobleme im Erzbergbau auf Buntmetalle und Uran sind wie folgt zu gliedern:
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© Torsten Lange
URL: http://www.geo.tu-freiberg.de/kolleg/ letzte Änderung: 08.02.1999 |