Schnecken                                        Muscheln                                          Kopffüßer

Der Stamm der Weichtiere (Molluska) ist der zweitgrößte im Tierreich. Die meisten der rund 112000 Arten sind marin. Wie der Name schon sagt, besitzen diese Bilateraltiere einen weichen Körper. Teilweise gibt es auch ein schützendes kalkiges Außenskelett. Meistens werden sie nicht größer als 20 cm, aber dieser Stamm hat auch die größten wirbellosen Tiere hervorgebracht - die Riesenkalmare mit bis zu 2000 kg Körpergewicht. Der Stamm gliedert sich in die Unterstämme Stachel- und Schalen-Weichtiere, sowie in sieben Klassen.

Bei den Stachel-Weichtieren (Aculifera) handelt es sich um Mollusken mit einem stark abgefalchten oder wurmähnlichen Körper, der von einem mit Schuppen-Stacheln besetzten Mantel bedeckt ist. Charakteristisch ist die fehlende oder schwache Entwicklung des Kopfabschnittes, der außerdem keine Augen oder Tentakel enthält. Auf eine ausführlichere Darstellung der Stachel-Weichtiere soll an dieser Stelle verzichtet werden.

Vielgestaltiger sind hingegen die Schalen-Weichtiere (Conchifera). Diese Organismen tragen in der Regel auf ihrem Mantel, der teilweise auf den Rumpf beschränkt ist, eine Schale. Diese besteht aus nur einem Stück, das teilweise längs geteilt ist und in welches sie sich ganz oder teilweise zurückziehen können. Ein weiterer Unterschied ist die gut ausgebildete Kopfpartie mit Anhangsorganen.

       

Schnecken (Gastropoda)

Mit über 40000 Arten machen die Schnecken den größten Anteil aller Weichtiere aus. Charakteristisch ist ihr abgesetzter Kopf, an dem sich oft zwei bis vier Fühler und Augen befinden. Zur Fortbewegung dient in der Regel eine breite Kriechsohle, einige vermögen auch zu schwimmen. Die Klasse der Schnecken ist außerordentlich variabel. Sie haben nicht nur den Marinen Lebensraum besiedelt, sondern kommen als einzige Mollusken auch im Süßwasser und auf dem Land vor. Manche scheiden eine spiral- oder napfförmige Schale ab, die in der Regel nur den Eingeweidesack bedeckt, aber groß genug ist um den gesamten Körper aufzunehmen. Oft kann diese mit einem Deckel verschlossen werden. Die Färbung und Zeichnung der Schalen ist meist weniger lebhaft als die der schalenlosen Organismen.

Seeohr (Halliotis lamellosa)

 - 1 bis 7 cm Größe

 - braun bis rötlichbraun, oft mit Kalkalgen überkrustet

 - an und unter Steinen in geringer Tiefe, Nachts aktiv

 

 

Gewöhnliche Napfschnecke (Patella caerulea)

 - flache, rötlich-braune Schale mit stumpfer Spitze

 - sehr häufig an den Felsen in der Gezeitenzone

 - auch an Hafenbauten zu finden

 

 

Violette Weißspitzen-Fadenschnecke (Coryphella pedata)

 - klein bis mittelgroß, lang und schmal

 - purpurn bis violett

 - Anhänge mit orangerot durchscheinende Mitteldarmdrüsen und weiße Spitzen

Wander-Fadenschnecke (Cratena peregrina)

 - klein und gestreckt

 - milchigweiß, Mitteldarmdrüse in Anhängen gelbbraun bis orangerot, Spitzen blau 

 - häufig auf Hydrozoen

 

Zierliche Sternschnecke (Hypselodoris gracilis)

 - klein

 - tiefblau mit gelbem Notumrand 

 - häufig in Algenbeständen des Felslitorals

Leopardenschnecke (Peltodoris atromaculata)

 - groß mit ovalem, abgeflachten Körper

 - milchig weiß mit unregelmäßig verteilten schwarzbraunen Flecken

 - kommt vor allem auf Schwämmen vor

 

Muscheln (Bivalvia)

Sowohl im Süß- als auch (hauptsächlich) im Salzwasser vertreten, ist die Klasse der Muscheln. Sie umfasst etwa 10000 Arten. Charakteristisch ist ihre aus zwei Klappen bestehende Schale, die den gesamten Weichkörper umhüllt. Wie bei den Schnecken ist auch hier die Schale gezeichnet. Den Muscheln fehlt der Kopf. Mit ihrem Fuß können sie teilweise graben und springen. Die Kamm-Muschel bewegt sich durch Öffnen und Schließen ihrer Schale auch schwimmend fort. Andere Arten können auf chemische oder mechanische Weise Holz und Gestein durchbohren. Manchen ist die Ausscheidung von so genannten Byssusfäden möglich, mit denen sie sich an Untergründe heften können.

 

 

Jakobs-Pilgermuschel (Pecten jakobaeus)

 - bis 13 cm lang, kann Schwimmen

 - ungleichmäßig gewölbte Klappen, linke Klappe flach-deckelförmig

 - bevorzugt Weichgrund

 

 

 

Große Steckmuschel (Pinna nobilis)

 - kann bis zu 80 cm groß werden, keilförmig

 - in Weichgrund eingegraben, aufrecht

 - ab 3 m Tiefe, vorzugsweise nahe Seegraswiesen

 

 

 

Flaschenmuschel (Rocellaria dubia)

 - mittelgroße Art, vorderer Teil schmal, hinten verbreitert

 - meist nur der 8 förmige Siphonalabschnitt sichtbar

 - in Steinen in der Gezeitenzone und im oberen Sublitoral

 

Kopffüßer (Cephalopoda)

Kopffüßer sind durch ihre 8 bis 10, zu Fangarmen umgebildete Anhangsorgane, um den Mund gekennzeichnet. Diese sind mit zahlreichen Saugnäpfen besetzt und werden zum Beutefang und zur Fortbewegung am Boden genutzt (Cephalopoden sind aber auch ausgezeichnete Schwimmer). Als Nahrung dienen Krebse, Schnecken und Fische. Sie besitzen einen kräftigen hornigen Schnabel und teilweise auch Giftdrüsen. Obwohl sie eher scheue Tiere sind, wehren sie sich bei einem Angriff mit erstaunlicher Kraft und können stark blutende Bisswunden hervorrufen. Kopffüßer sind nachtaktiv, am Tag findet man sie teilweise schlafend unter Steinen und in Spalten. Da ihre Haut mit Chromatophoren ausgestattet ist, können sie sich farblich sehr schnell und ausgezeichnet an ihre Umgebung anpassen. Bei einigen Kraken ist aber neben der Tarnung auch bekannt, dass sie andere Organismen nahezu perfekt imitieren (etwa als Scholle oder Rotfeuerfisch) um potentielle Gegner zu verwirren.

 

 

Gemeiner Krake (Octopus vulgaris)

 - rundlich-plumpe Form

 - 8 verhältnismäßig dicke, kräftige Arme

 - warzige, marmorierte Oberfläche

 

Gemeiner Tintenfisch (Sepia officinalis)

 - bis 30 cm lang

 - abgeflachter Körper mit seitlichem Flossensaum

 - 8 kurze Kopfarme und 2 lange Fangarme mit Saugnäpfen