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Wissenschaftliche Tauchexkursion Kroatien

Eine Herausforderung für Studenten und Betreuer

Dr. Elke Richert, AG Biologie/Ökologie des IÖZ

Am 14. September starteten die Teilnehmer der wissenschaftlichen Tauchexkursion für zwei Wochen in Richtung kroatische Mittelmeerküste. Während der Exkursion wurden zwei Standorte angefahren: Lanterna bei Porec und SV Marina bei Rabac. Voraussetzung für die Teilnahme an der Exkursion war der Besitz einer Tauchlizenz, die Teilnahme an der Veranstaltung Wissenschaftliches Tauchen des Sportzentrums und die Teilnahme an einem Vorbereitungsseminar. Darüber hinaus nahmen alle Teilnehmer die Gelegenheit wahr, an zwei Wochenenden die verschiedenen Untersuchungsmethoden gemeinsam in heimischen Gewässern zu erproben. Schon an diesen Übungswochenenden wurde allen sehr schnell klar, dass die Arbeit unter Wasser sehr viel mehr Vorbereitung verlangt als das Arbeiten an Land, denn es steht nur eine begrenzte Tauchzeit zur Verfügung und die Kommunikation unter Wasser ist eingeschränkt. Schon das Auslegen und Befestigen von Seilen zur Begrenzung von Aufnahmeflächen und deren Markierung mit Bojen zur Wiederfindung können dazu führen, dass man sich hoffnungslos im mehr oder weniger schwebenden Seil verheddert. Übung erfordert auch der Umgang mit der eigens für diese Zwecke umgebauten Sonde zur Messung der Leitfähigkeit und Temperatur, da für die Sonde, das Schreibbrett incl. Stift, Taschenlampe und Tiefenmesser nun einmal nur zwei Hände zur Verfügung stehen. Soll eine bestimmt Tauchtiefe eingehalten werden, muß darüber hinaus noch gelegentlich der sogenannte Inflator des Tauchjackets zum Tarieren bedient werden. Ohne sorgfältig geplanter Teamarbeit waren die Aufgaben also nicht zu bewältigen.

Ziel der Exkursion war die Vermittlung und Anwendung von wissenschaftlichen Aufnahme- und Auswertemethoden, wobei der interdisziplinären Zusammenarbeit eine besondere Bedeutung zukommen sollte. Auch sollte die Exkursion einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsbildung und Entwicklung der Teamfähigkeit leisten, denn Tauchen erfordert Disziplin, Organisationsgeschick und Führungsqualitäten, hängt doch das Leben des einzelnen von seiner Vorbereitung und seinem Verhalten, aber auch von der Zuverlässigkeit und Aufmerksamkeit der jeweiligen Tauchpartner ab.

Vor Ort wurden vier große Themenblöcke bearbeitet: Messung von Temperatur- und Konzentrationsfeldern , Vermessung von Wracks, Erfassung der Biodiversität und Visualisierung der Arbeiten und Ergebnisse.

Durchgeführt wurden diese Arbeiten von Studierenden der Archäometrie, Betriebswirtschaftslehre, Geoökologie, Network Computing und Verfahrenstechnik. Alle Themenfelder sind miteinander über interdisziplinäre Aufgabenstellungen verknüpft. Schwerpunktthemen der wissenschaftlichen Tauchexkursion Kroatien und ihre Verknüpfungen miteinander Untersuchungsobjekte waren zwei Wracks, mehrere Unterwasserhöhlen und verschiedene Küstenabschnitte. Die Wracks wurden exakt vermessen (Länge, Breite, Lage und Ausmaße der Aufbauten usw.) und von ausgewählten Flächen Aufnahmen der Tier- und Pflanzengemeinschaften gemacht.

Als Vergleichslebensraum wurden drei Küstenabschnitte gewählt an denen, ausgehend von der Spritzwasserzone, drei Transekte mit der Länge von 50 bis 100 m entlang eines Tiefengradienten in das Wasser hinein gelegt wurden. Entlang dieser Transekte wurden die Temperaturverhältnisse und die Tier- und Pflanzengemeinschaften untersucht. Als weiterer Vergleichslebensraum wurden in mehreren Höhlen entsprechende Analysen durchgeführt. Von allen Untersuchungsplätzen wurden möglichst exakte Zeichnungen angefertigt.
Ein ursprüngliches Ziel, den Einfluß von Süßwassereintritten auf die Tier- und Pflanzenwelt zu untersuchen, konnte leider nicht im geplanten Umfang bearbeitet werden, da aufgrund monatelanger Trockenheit nur an einem einzigen Tag, nach einem vorangegangenen einmaligen Regenereignis, Süßwassereintritte an einem Standort nachgewiesen werden konnten.

Ziel der Auswertearbeiten wird neben der wissenschaftlichen Darstellung der Ergebnisse in Form eines Berichtes bzw. zweier Studienarbeiten die Präsentation der Ziele und Ergebnisse der Exkursion auf einer Homepage sein, um die Exkursion auch in der Studentenwerbung einsetzen zu können.

 

Hier können auch die zahlreichen Bilder und Videoclips Verwendung finden, die mit Hilfe mehrerer digitaler Unterwasserkameras zur Dokumentation der Untersuchungsobjekte und Arbeiten aufgenommen wurden. Nachdem diese Exkursion so erfolgreich verlaufen ist, sind auch für die Zukunft vergleichbare Veranstaltungen mit weiterführenden Fragestellungen entweder in die gleichen Gebiete oder nach Ägypten an das Rote Meer vorgesehen.

 

 


 

 

 

 

 



© B. Merkel, 22.10.2003 http://www.geo.tu-freiberg.de/hydro/vorl_portal/wiss_tauchen/bericht_2003.html
 
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