Tiefengrundwässer

Pausa-Bad Linda




Bei der Recherche sächsischer Mineral- und Thermalwässer wurde auch das "vergessene" Mineralwasser-Vorkommen von Pausa und Bad Linda durch den Author "wiederentdeckt". Daraufhin wurde mit der Stadt Pausa eine vom Author mitbetreute Diplomarbeit in Auftrag gegeben, die eine Neuerschließung der Mineralwasser-Vorkommen zum Ziel hatte. Bei diesen Mineralwässern handelt es sich um eisenhaltige Calcium-Magnesium-Sulfat-Hydrogenkarbonat-Wässer, die ihre Mineralisation überwiegend dem im Gebiet vorkommenden Alaun-Schiefer verdanken.




Pausa
Im Jahre 1263 wurde Pausa erstmals urkundlich erwähnt. Ihren besonderen Ruf verdankte die Stadt in der Vergangenheit ihren Mineral- und Heilwasservorkommen. Bereits vor dem Dreißigjährigen Krieg war eine Mineralquelle bekannt und auf Veranlassung des Rates der Stadt gefaßt worden. Einwohner nutzten das heilkräftige Wasser privat zu Trink- und Badekuren.

Die Entdeckung weiterer Quellen, Einrichtung eines regulären Badebetriebes und häufiger Besitzerwechsel führte zu einer stark wechselnden Bedeutung und Nutzung der Quellen. Nachfolgend sind wichtige Eckpunkte der historischen Entwicklung der Pausaer Mineral- und Heilquellen aufgeführt:

  • 1739
    Neufassung und Überdachung der bereits bekannten Quelle
    Der Kurfürst von Sachsen bestätigt in einer Urkunde der Stadt alle Besitzrechte an der Quelle und erteilt die Erlaubnis, den Brunnen "Gottes Geschenk" zu nennen
    1801
    Reinigung der Quelle und Erneuerung der Fassung
    1832
    Herr Hahn richtet 6 Badestuben ein
    1834
    an 150 Badegäste werden ca. 2500 Bäder im Jahr verabreicht
    Entdeckung der Sophienquelle
    1864
    Neubau der Badeanlagen
    1878
    Entdeckung der Albertquelle
    1888
    Entdeckung der Carolaquelle
    das "Mineral- und Moorbad" Bad Pausa hat 200 Badegäste
    (1840-1901)
    mehrmaliger Besitzerwechsel der Quellen
    1907
    Einstellung des Badebetriebes
    die Quellen blieben fortan ungenutzt und verfielen
    1935
    Untersuchung der Quellen : Wasser besitzt noch seinen besonderen Chemismus
    Reinigung, Neufassung und Abdeckung der Brunnenschächte
    1954
    Bemühungen zur Wiedernutzbarmachung der Quellen
    Untersuchung der Quellen, Ergebnis: ungenügend in chemischer und bakteriologischer Hinsicht (wahrscheinlich durch mangelnde Probenahmebedingungen hervorgerufen)
    1987
    Die mit einem Deckel abgedeckte und seit über 20 Jahren unter Schutt begrabene Quelle Gottesgeschenk wird auf Initiative von Herrn Dietz wiedergefunden und freigelegt
    mehrmalige Probenahme von Wasser aus den Quellen (Schöpfprobe bzw. nach einfachem Leerpumpen)
    1989
    Pumpversuch zur Ermittlung der Wassermengen der Albertquelle und der Quelle Gottesgeschenk
    1992
    Begutachtung der Quellen durch ein Ingenieurbüro
    Vorschlag für weiteren Handlungsbedarf
    1995
    Bau des Brunnenhäuschens nach historischer Vorlage an der Albertquelle, Einweihung am 6.Mai

    BERGER (1995): Geologische und hydrogeologische Untersuchungen im Bereich der Mineralwasserquellen von Pausa und Bad Linda. - unveröffentlichte Diplomarbeit, Institut für Geologie, TU Bergakademie Freiberg

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    Bad Linda
    In Bad Linda wurden ebenfalls Mineral- und Heilwasservorkommen, wahrscheinlich schon vor dem Jahr 1800 aufgefunden. Hinzu kommt ein kleines Moorlager, dessen Qualität als "sehr hochwertig" bezeichnet wird. Früher erfolgte deshalb sogar ein Versand der Moorerde bis nach Karlsbad. Es wurden vier "Mineralquellen" (Deutsches Bäderbuch 1907) erwähnt, von denen sich zwei in Nutzung befanden. Es handelt sich dabei um die "Reinhardsquelle" und die "Moorstichquelle". Letztere ist eine Mineralquelle mit ca. 9,9 g/l gelöster Stoffe, heute allerdings nicht mehr auffindbar. Quellen und Moor waren die Grundlage für die Entstehung eines regen Kurbetriebes. Das Wasser der Reinhardsquelle wurde zu Heilzwecken in Form von Trink- und Badekuren, das Wasser der Moorstichquelle als Zusatz für Bäder genutzt. Es folgt ein kurzer historischer Abriß:

  • 1878
    Nutzung des Moores, eine Heilquelle war schon seit über hundert Jahren bekannt
    1880
    Herr Eckard kaufte ein umfangreiches Gelände um die später "Reinhardsquelle" genannte Quelle inclusive der Nutzungsrechte
    1881/82
    Bau von Badegebäuden, spätere Erweiterung aufgrund steigender Besucherzahlen
    bis 1907
    über 5000 Badegäste
    1920
    Verkauf an die AOK Erfurt
    Nutzung als Genesungsheim für Frauen
    1945
    nach dem Krieg keine Wiederaufnahme des Badebetriebes
    bis 1989
    Nutzung der Gebäude als Kinder- und Altersheim"

    BERGER (1995): Geologische und hydrogeologische Untersuchungen im Bereich der Mineralwasserquellen von Pausa und Bad Linda. - unveröffentlichte Diplomarbeit, Institut für Geologie, TU Bergakademie Freiberg

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