Tiefengrundwässer

Gruben bei Scharfenberg




Entdeckt wurde die "Silberquelle" in Gruben bei Scharfenberg (heute in Scharfenberg eingemeindet) beim Graben eines Brunnens. In dieser Zeit ging in der Gegend der Silberbergbau um. Durch die bergmännische Tätigkeit (Wasserhaltung, Stollnbau) wurden die Redox-Verhältnisse im Grundwasser verändert. Durch die Zufuhr von sauerstoffreichen Wässern und Luftsauerstoff wurden die sulfidischen Erze oxidiert und es kam zur Lösung von Eisen und Mangan. Bedingt durch die niedrigen pH-Werte aufgrund der Sulfidoxidation lagen Eisen und Mangan höchstwahrscheinlich weitgehend als gelöste zweiwertige Kationen vor. Mit dem Abwerfen des Bergbaus stellten sich die urspünglichen Redox-Verhältnisse wieder ein und das Wasser süßte aus. Die Herkunft des freien gelösten Kohlendioxides kann aus den Tiefenstörungen des Elbtalgrabens hergeleitet werden.




1880
"Ungefähr 1880 wird in der Nähe des Grubenteiches ein Brunnen abgeteuft. Bei 20 m tritt Wasser zu. Das Wasser hat einen "tintenähnlichen" Geschmack, ist bitter-säuerlich, perlt außerordentlich stark und setzt nach kurzer Zeit Eisen ab. Der Eisen- und Mangangehalt ist höher als der von Bad Elster, Bad Schwalbach und Pyrmont."

Barth, Werner (1960): Die Scharfenberger Silberquelle. - in: "Meißner Heimat" Nr. 3, Naustadt, 1960




1883
Seit 1883 wurde die Quelle sowohl zu Trink- als auch Badezwecken verwendet. Eine Analyse von 1882 (10. und 11. Jahresbericht der Könglichen Chemischen Zentralstelle, 1882, Dresden) ergab unter anderem einen Gehalt von ungefähr 55 mg/l gelöstem Eisen und ungefähr 29 mg/l gelöstem Mangan sowie eine "reichliche" Menge an freier gelöster Kohlensäure. Das Wasser hat einen salzig-tintigen Geschmack. Bei einer ½ Jahr später durchgeführten Untersuchung zeigte sich der Gehalt an doppelkohlensaurem Eisen konstant.

Barth, Werner (1960): Die Scharfenberger Silberquelle. - in: "Meißner Heimat" Nr. 3, Naustadt, 1960




1919
Eine Analyse 1919 erbrachte einen unveränderten Mineralbestand. Die Gemeinde Scharfenberg wurde Mitglied im Reichsbund Deutscher Mineralbrunnen.

Barth, Werner (1960): Die Scharfenberger Silberquelle. - in: "Meißner Heimat" Nr. 3, Naustadt, 1960




1930/1931
Analysen vom Dresdener Gesundheitsamt (1930) und der Universität Jena (1931) ergaben, daß sich der Charakter des Wassers geändert hat. Der Gehalt an Eisen und Mangan ging beträchtlich zurück. Andererseits wurde eine Anreicherung von Kochsalz, Glaubersalz und schwefelsaurem Kalzium festgestellt. Der Charakter des Stahlbrunnens änderte sich in eine alkalisch-muriatisch-sulfatische Quelle.

Barth, Werner (1960): Die Scharfenberger Silberquelle. - in: "Meißner Heimat" Nr. 3, Naustadt, 1960




1959
Die Analyse, die auf Betreiben des Rates der Gemeinde 1959 durchgeführt wurde, zeigte, daß das Wasser der Silberquelle nicht mehr als Mineralwasser anzusprechen ist. 1977 wurde die Quelle als Löschwasserreserve genutzt.

Schanze, Wolfgang (1977): Ehemalige Mineralquellen im Kreis Meißen. - in: Sächsische Heimatblätter, Jahrgang 23, Heft 5, Dresden, 1977

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