Tiefengrundwässer

Dresden-Briesnitz




Allgemeine Beschreibung:

Dresden-Briesnitz liegt unweit der Autobahnausfahrt "Dresden-Altstadt" der BAB A4. Der Stadtteil befindet sich auf dem westlichen Elbe-Ufer. Die Umgebung der Quellen ist vergleichsweise eben, nach Westen beginnt die Landschaft kontinuierlich zu einem Lößlehm-Plateau anzusteigen (GLÄßER & JORDAN, 1996). Das kaum stärker ausgeprägte Relief wurde von den Vorflutern modelliert. Die morphologischen Elemente der weiteren Umgebung sind hauptsächlich in NW-SE Richtung untergeordnet in NE-SW Richtung ausgerichtet. Die geographische Höhe der Quellen beträgt ungefähr 115 m über NN. Die Umgebung der Quellen ist durch urbane Nutzung geprägt. Die Brunnen befinden sich im Keller eines Firmengebäudes. Die überwiegende Anzahl der Gebäude ist bewohnt oder wird anderweitig genutzt. Ein Friedhof befindet sich etwa 300 m nördlich der Quellen auf einem Hügel. Der 50 m bis 100 m breite Uferbereich der Elbe ist Grünland. Nordwestlich der Quellen befindet sich im Zschonergrund eine ehemalige Parkanlage, die in ein Landschaftsschutzgebiet übergeht. In entfernterer Umgebung der Quellen wird eine intensive Landwirtschaft betrieben (Ackerbau und Viehzucht).


Literatur:

GLÄßER & JORDAN (1996): Datenerfassung und -auswertung von Mineral- und Thermalwässern in Sachsen. - unveröffentlichter Abschlußbericht, Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle GmbH, HYDRO-GEO-CONSULT GmbH, Leipzig, Freiberg




Geschichte:

Die erste Briesnitzer Quelle ("König Friedrich August Quelle", später "Alte Quelle") wurde 1904 bis in 64 m Teufe gebohrt (SCHIRNER, 1995). Wegen ihres hohen Gehaltes an Kohlendioxid (Säuerling) wurde sie für die Mineralwasser-Produktion genutzt. 1928 wurde die "Neue Quelle" etwa 10 m von der "Alten Quelle" erschlossen, um die Produktion abzusichern. Derzeit befinden sich beide Briesnitzer Quellen in den Kellerräumen einer ehemaligen Produktionshalle einer Autofirma (GLÄßER & JORDAN, 1996). 1990 wurde unweit beider Quellen eine weitere Mineralwasser-Bohrung (Bezeichnung Hy D 504/90, SCHIRNER (1995)) abgeteuft. Sie wird aber heute nicht mehr genutzt, da die Produktion vorher endete. Die inzwischen verschüttete Dresden-Kemnitzer "Catherinen-Quelle", später auch "Marienquelle" genannt, befand sich in Luftlinie nur einige Hundert Meter von den Briesnitzer Quelle entfernt. Nach Angaben eines Ortsansässigen soll zuerst die Kemnitzer Quelle den mineralwasserführenden Horizont erreicht und bis in die zwanziger Jahre Tafelwasser produziert haben (GLÄßER & JORDAN, 1996). Danach wurde in Briesnitz derselbe Horizont erbohrt. 1932 soll nach EBERT et al. (1934) und nach einem Ortsansässigen ein erneuter Versuch einer Mineralwasser-Bohrung erfolgt sein. Durch den Einsturz des unteren Bohrlochabschnitts konnte der mineralwasserführende Horizont nicht erschlossen werden. Die Kemnitzer Quellfassung soll 1957 durch ein Hochwasser zerstört worden sein. Vorher wurde das Quellwasser noch "privat" als Trinkwasser genutzt.


Literatur:

GLÄßER & JORDAN (1996): Datenerfassung und -auswertung von Mineral- und Thermalwässern in Sachsen. - unveröffentlichter Abschlußbericht, Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle GmbH, HYDRO-GEO-CONSULT GmbH, Leipzig, Freiberg

SCHIRNER (1995): Ausgewählte Mineral- und Thermalwässer in Sachsen - Untersuchungen zur Geologie, Tektonik und Genese.- unveröff. Diplomarbeit, Institut für Geologie, TU Bergakademie Freiberg

EBERT, GRAHMANN, PIETZSCH (1934): Erläuterungen zur Geologischen Karte von Sachsen im Maßstab 1:25000. - 3. neubearbeitete Auflage, Leipzig

back