DER ARALSEE

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Die Zukünftige Entwicklung der Region Aralsee

Die völlige Wiederherstellung des Aralsees scheint momentan fast ausgeschlossen, zumindest würde es mehrere Milliarden € kosten, um wenigstens halbwegs eine akzeptable Renaturierung zu erreichen. Damit entsprechende Projekte überhaupt Erfolg versprechen, müßte sich jedoch die Wirtschaftslage der Anrainerstaaten erheblich verbessern, andernfalls würden sich Länder wie Kasachstan und Usbekistan weiterhin gezwungen sehen, mit der Bewässerungsexpandierung fortzufahren. Immerhin bedeutete einst der Export von Baumwolle zu UdSSR-Zeiten ca. 30% der gesamten Devisenbeschaffung.

Auch zu Zeiten der Sowjetunion erkannte man die fatalen Auswirkungen des Aralseeschwundes, doch anstatt die Ursachen zu beheben - nämlich die Mio. ha Baumwoll -und Weideflächen aufzugeben oder zumindest die Bewässerungsmethoden zu optimieren - wurde versucht, mit zum Teil aberwitzigen Methoden die Symptome zu beheben. Tabelle 3 stellt einmal einen kleinen Teil dieser Projekte vor:

Tabelle 3 Projekte der Vergangenheit und Gegenwart zur Rettung des Aralsees

Maßnahmen Probleme
Rückführung von Wasser (ca. 20 km³/a) aus dem Sary-Kamysch -und Ajdarkul-See (wird seit 1986 betrieben) Falls die Kanäle undicht sind, bringen sie Verunreinigungen und zusätzliches Salz mit,

Maßnahme kann verwüstete Umgebung des Aralsees nicht wiederherstellen

Wasser aus dem Kaspischen Meer pumpen (Umfang ca. 100 - 120 km³/a) Bau unzähliger Pumpstationen,

Gesamt-Energieaufwand für den Betrieb der Anlagen: 18 Mrd. (!) KWh/a,

Ausgleich für das Kaspische Meer wäre notwendig geworden

Wasser aus der Bucht von Kenderli bzw. von der Koktschak-Bucht (ca. 1800 m³/s) Prinzipiell gleiche Probleme wie oben genannt,

Zunahme des Salzgehaltes des transportierten Wassers durch Verdunstung,

Ergänzend dazu Bau einer Verbindung zwischen Schwarzem Meer und der Kaspischen See

Anzapfung der Wolga (ca. 20 km³/a) Kanal müßte dicht sein, damit keine salzhaltigen Verschmutzungen eintreten könnten,

Hohe Versickerungsverluste zu erwarten, da der Kanal Karstgebiet kreuzt

Auspumpen des Issyk-Kul-Sees (1740 km³) Kirgistan, zu dem dieser See vollständig gehört, weigert sich diesem Projekt zuzustimmen
Anzapfen sibirischer Ströme (Kanal Sibaral, 27 - 60 km³/a) Erwägung des Einsatzes nuklearer Waffen für Erdarbeiten, entsprechende Atomtests wurden in  in Kasachstan schon durchgeführt,

Bau zahlreicher Stauseen und Rückhaltebecken (große Umsiedlungsaktionen nötig),

Hohe Versickerungs- und Verdunstungsverluste aus den Kanälen entlang des Fließweges,

astronomische Kosten

Bau eines Deiches parallel zum Südufer (Aufstauung des Amu-Darjas) Realistischstes Projekt, könnte aber aufgrund der fortgeschrittenen Schäden schon zu spät sein,

technisch machbar, aber teuer,

gesundheitliche Auswirkungen der geschaffenen Lagunen?

Teilung des Aralsees entlang der von Süd nach Nord verlaufenden Halbinsel, um den mittleren Teil auf konstantem Level zu halten (30 km³/a) wirtschaftlich kaum zu finanzieren,

Erfolg fragwürdig

Auftauen des Eises im Pamirgebirge nur mit hohem technischen Aufwand durchführbar,

durch die allgemeine Klimaerwärmung tauen die Gletscher auch von alleine ab,

Nachhaltigkeit dieser Maßnahme nicht zu erkennen

Nutzung des Grundwassers (65000 km³) Betrieb von 50000 Brunnen,

Bau von Tausenden Kilometern Leitung,

Keine Nachhaltigkeit, da Raubbau an fossilen Wasservorräten,

unwirtschaftlich, nicht zu bezahlen

Angesichts dieser Projektvorschläge, scheint es die vernünftigste Lösung zu sein, die Bewässerungsflächen sofort stillzulegen oder wenigstens die Reis- und Baumwollkulturen durch anspruchslosere Pflanzen zu ersetzen, damit dem Aralsee wieder genügend Wasser zufließen kann. Außerdem sollte der übermäßige Düngemittel -und Pestizideinsatz schnellstens reduziert werden, da die Böden und das Wasser ohnehin schon genug verseucht sind.

Quelle: Létolle und Mainguet

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Stand: 09.10.02