DER ARALSEE

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Die Zuflüsse zum Aralsee

Die beiden Zuflüsse - der Amu-Darja und der Syr-Darja (Abb. 12) - bilden neben den geringen Niederschlagsmengen die einzige Nährquelle für den abflußlosen Aralsee. Sie sind allochthonen Ursprungs, d.h., sie entstammen einer völlig anderen klimatischen Region (Klima der Hochgebirge).

Abbildung 12 Amu-Darja, Syr-Darja und deren Nebenflüsse 3)

1. Der Amu-Darja

Der Amu-Darja entspringt im Pamir, an dem nordöstlichsten Zipfel Afghanistans. Seine Länge beträgt (einschließlich den Flüssen Pjandsh und Wachsch) 2540 km. Das Einzugsgebiet umfaßt etwa 39000 km², wobei der Hauptteil der Wassermengen aus der Schneeschmelze sowie aus Gletschern des Hochgebirges stammt.

Der Amu-Darja ist nach dem Huang He der schwebstoffreichste Fluß der Erde. Zwischen 1 und 3,5 kg/m³ Ton, Sand u.a. führt er mit sich. Dazu kommen noch ca. 0,6 kg/m³ (Sommer) gelöste Stoffe. Das Wasser ist sehr kalkreich, enthält aber wegen der Humusarmut am durchströmten Querschnitt nur wenig organische Substanzen (5,5 g/m³, 1985). Bedingt durch Einleitungen von Drainagewasser und städtischen Abwasser hat der Salzgehalt in den letzten Jahren zugenommen.

Für die Binnenschiffahrt war und ist der Amu-Darja zu keiner Zeit von größerer Bedeutung gewesen, dazu war er zu schwer befahrbar. Daher wurden die Transportwege im großen und ganzen mit der Eisenbahn abgewickelt.

2. Der Syr-Darja

Der Syr-Darja (Naryn) entspringt im Tienschan in Kirgistan. Zusammen mit seinen Zuflüssen hat er eine Länge von 3019 km und besitzt ein Einzugsgebiet von etwa 219000 km². Seit 1937, mit dem Bau des Fergana-Kanals, begann die wirtschaftliche Ausbeutung des Syr-Darjas und seiner Nebenflüsse zu Bewässerungszwecken.

Im Gegensatz zum Amu-Darja wird dieser Fluß aber nur durch Schmelzwasser versorgt, aufgrund dessen, daß es an seiner Quelle und seinem weiteren Verlauf kaum Gletscher gibt. Der Syr-Darja führt auch weniger Schwebstoffe mit sich (ca. 1 kg/m³). Um 1900 herum brachte er noch 17 km³/a in den Aralsee ein (Amu-Darja: 50 km³/a) – 1980 versiegte der Zufluß total, erst seit 1988 gelangt wenigstens wieder ein kleiner Rinnsal in den inzwischen abgeschnittenen „kleinen See“. Neben starken Wasserstandsschwankungen (20 – 70 km³/a), machen die hohen Verdunstungsraten sowie die extremen landwirtschaftlich bedingten Verschmutzungen eine nachhaltige Erschließung sehr schwer.

Quelle: Létolle und Mainguet

3) Quelle: http://www.ce.utexas.edu/prof/maidment/grad/akmansoy/aral/aral3.htm#RES

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Stand: 09.10.02