DER ARALSEE

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 Die Entwicklung um und im Aralsee seit 1900

Tabelle 2 gibt stichpunktartig die bedeutendsten Ereignisse der letzten 100 Jahre wieder, die für die Region des Aralsees von Bedeutung waren und noch heute sind.

Tabelle 2 Die wichtigsten Ereignisse im 20 Jahrhundert bezüglich des Aralsees

1906 Die Regierung de Witte lehnt ein Projekt ab, nach dem Turkestan für 40 Jahre gegen 400 Mio. Goldrubel an einen amerikanischen Konzern verpachtet worden wäre.
1907 Vertrag zwischen Rußland und England, der die Grenzen und Einflußbereiche in Persien und bis zur chinesischen Grenze festlegt
1910/17 Forschungsarbeiten von Risenkampf für einen Seitenkanal der vom Amu-Darja in den Süden der Wüste Kara-Kum abzweigt; sie finden dann in den 50er Jahren Verwendung
1915/17 Zunahme der Baumwollflächen bis 1916, aber Rückgang der Produktion um 27%; Rückgang der Getreideproduktion um 47%
1922 Staatsmonopol über den Baumwollhandel
1924 Erster Fünfjahresplan; Kredite zur Erschließung neuer Anbauflächen für Baumwolle
1929/30 Verbot des Nomadismus
1930 Inbetriebnahme des Stauwehrs "1.Mai" am Serafschan; Beginn der Erschließung des Wachsch, dem großen Nebenfluß von rechts des Amu-Darja
1940 Einweihung des großen Fergana-Kanals, der fast vollständig von Menschenhand gegraben wurde
1950 Beginn der Bauarbeiten zu den Staudämmen an den Oberläufen von Syr-Darja und Amu-Darja; Erlaß der Zentralregierung, mit dem der Bau eines Kanals vom Aralsee zum Kaspischen Meer beschlossen wird
1954 Plan der "Erschließung jungfräulichen Bodens" von Chruschtschow
1955 Beginn der Erdölförderung; die Bewässerung wird ausgeweitet; die Sary-Kamysch-Senke erhält von da an Drainagewasser
1960 Beginn von massiven Wasserumlenkungen aus dem Amu-Darja und Syr-Darja
1970 Das Erdgas aus Turan gelangt mit Pipelines nach Rußland; der Aralsee beginnt abzusinken
1979 Als Folge der Bodenversalzung beginnt die Baumwollproduktion trotz Ausweitung der Bewässerungsflächen abzunehmen
1980 Der elfte Fünfjahresplan sieht die Umlenkung sibirischer Flüsse nach Turan vor; erste Demonstrationen von Umweltschützern
1987 Die Zuflüsse des Aralsees führen kein Wasser mehr
1989 Der Aralsee teilt sich in zwei getrennte Seen; erstmals gelangt die Katastrophe des Aralsees in die westlichen Medien
1990 Internationales Kolloquium von Nukus, auf dem die die dramatischen Folgen dargestellt werden, die die Veränderungen der Flußregimes nach sich ziehen
1991 Gründung der GUS; Abkommen zwischen den Republiken zur Wiederherstellung des Aralsees
1992 Kasachstan beginnt mit dem Bau eines Dammes, durch den der Nordteil des Aralsees (kleiner See) wieder durch den Syr-Darja gespeist werden kann; vorläufiger Baustopp des Projektes 1994
1994 Die Weltbank nimmt einen Plan zum wirtschaftlichen Wiederaufbau in Turan an

Quelle: Létolle und Mainguet

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Stand: 09.10.02