DER ARALSEE

 Home Geologie Gesundheit Hydrologie Klima Literatur Naturräume Seit 1900 Zuflüsse Zukunft

    Die Hydrologie des Aralsees

Das Einzugsgebiet von Amu-Darja und Syr-Darja umfaßt in etwa 530000 km² (Abb. 4). Daran haben zu 22 % Usbekistan, 21 % Turkmenistan, 19 % Afghanistan, 16 % Kasachstan, 11 % Tatschikistan, 7 % Kirgistan, 4 % Iran und 0,02 % China Anteil.

Abbildung 4 Das Einzugsgebiet von Amu-Darja und Syr-Darja 3)

Betrachtet man die Wasserbilanz der Region um den Aralsee herum, wird der Stellenwert des Eintrags durch die allochthonen Zuflüsse (Amu-Darja und Syr-Darja) klar. 

Das langjährige Mittel des Gesamtabflusses Q betrug in etwa 60 km³/a. Nach 1960 nahm Q (abgesehen von 1970) stetig ab bis dieser Mitte der 80er stellenweise gänzlich versiegte (Abb 5).

Abbildung 5 Die Zutrittsmengen vom Amu-Darja und Syr-Darja in den Aralsee (1926-1993) 4)

Die Niederschläge sind, aufgrund der kontinentalen Lage des Turanbeckens äußerst gering. Hinzu kommt, daß dieses Gebiet im Süden durch die höchsten Gebirgszüge der Erde vom Ozean nahezu abgeschottet ist. Im Jahr fallen nie mehr als 100 mm, im Monat nicht mehr als 20. Umgerechnet sind das zwischen 5 und 10 km³. In Abbildung 6 wird die  räumliche Niederschlagsverteilung anschaulich wiedergegeben.

Abbildung 6 Die räumliche Niederschlagsverteilung im Einzugsgebiet des Aralsees und seiner Zuflüsse 3)

Als Verlustgröße steht dem vor allem die Verdunstung gegenüber. Wegen der seltenen Wolkenbedeckung über dem Turanbecken, empfängt dieses Gebiet ein hohes Maß an Globalstrahlung. Ein Teil wird zwar davon wieder reflektiert, ein anderer jedoch in größtenteils fühlbarer Wärme umgewandelt. So verwundert es nicht, daß die Temperaturen am Boden zum Teil mehr als 50°C betragen können. Die Wasseraufnahmefähigkeit der Atmosphäre wird dadurch stark heraufgesetzt. Die Verdunstungsmenge überschreitet im Jahr somit mehr als 60 km³ (siehe dazu Abb. 7).

Abbildung 7 Die räumliche Verteilung der Verdunstung im Einzugsgebiet des Aralsees und seiner Zuflüsse 3)

Die Wasserbilanz ergibt insgesamt folgendes Bild:

QAmu-Darja & Syr-Darja + P - ETR = DS

Mit den Eintrag aus den Zuflüssen: 60 km³/a + 10 km³/a - 60 km³/a = 10 km³/a, d.h., der Amu-Darja und Syr-Darja sowie die wenigen Niederschläge können gerade einmal die Verdunstungsverluste aufwiegen (Abb. 8).

Abbildung 8 Die räumliche Verteilung der Wasserhaushaltsbilanz im Einzugsgebiet des Aralsees und seiner Zuflüsse 3)

Fallen aber die Zuflüsse (fast) weg, so ergibt sich ein hohes Defizit in der Wasserhaushaltsbilanz (der Ein- und Austrag aus dem Grundwasser wurde hier nicht mit berücksichtigt). Die Folge ist allseits bekannt - der Aralsee trocknet aus!

Quelle: Létolle und Mainguet

3) Quelle: http://www.ce.utexas.edu/prof/maidment/grad/akmansoy/aral/aral3.htm#RES

4) Quelle: The Aral Sea Basin

 

Home | Geologie | Gesundheit | Hydrologie | Klima | Literatur | Naturräume | Seit 1900 | Zuflüsse | Zukunft

Stand: 09.10.02