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17.-21. März
Bearbeiter:
Esther Dietzel, Jan Fischer, Denise
Hennig, Elliot Hildner, Frank Müller, Anke Walther, Bastian Wauschkuhn, Susanne
Zeche
Ziel des Sedimentologie-Praktikums ist die Erstellung eines 3D-Profils in der Kiesgrube aufgrund des fortschreitenden Abbaus im Laufe der folgenden Jahre. Das Praktikum wurde 2003 zum ersten Mal durchgeführt. Wir bedanken uns bei den Betreibern der Kiesgrube ganz herzlich für den Zutritt und die Arbeitsmöglichkeit! Auf dieser Homepage soll ein Einblick in die Geländearbeit und die Datenauswertung gegeben werden.
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Aufschlussfoto nach Feierabend
Der Kiestagebau Wachberg bei Ottendorf-Okrilla liegt knapp 20 km NNE von Dresden.
Es finden sich obermiozäne bis möglicherweise pliozäne (Ahrens et al. 1968) fluviatile Sande und Schotter des Älteren Senftenberger Elbelaufes (164 – 202 m NN).
Bei
Florenresten, die in eingeschalteten Tonlinsen gefunden wurden, handelt es sich
um neogene, arktotertiäre Elemente, die am besten mit der Flora der
Flaschentone der Raunoer Folge des oberen Miozän (5 Mio. Jahre) übereinstimmen
(Megaflorenzone XIII nach Mai 1967). Das genaue Alter lässt sich über diese
Reste jedoch nicht bestimmen.
Wichtige Hinweise zur Altersbestimmung liefern jedoch die Moldavitfunde. Es handelt sich hierbei um verdampftes Gesteinsmaterial, das als Folge des Meteoriteneinschlages im Nördlinger Ries in die Atmosphäre geschleudert wurde und überwiegend in den beiden Streufeldern Böhmen und Lausitz abregnete. Der Riesimpakt wird nach der Argonlasermethode auf 14,3 Mio. Jahre datiert (Buchner, 2001, mündliche Mitteilung). Bei den Moldaviten handelt es sich um grünliche, teilweise scharfkantige Bruchstücke von Glastropfen, die in unterschiedlichen Profillagen gefunden werden können. Da auch in der mit dem Älteren Senftenberger Elbelauf altersgleich eingestuften Raunoer Folge (10-5 Mio a) Moldavite gefunden wurden, kann man von fluviatiler Umlagerung ausgehen.
Die Urelbe hat sich seit dem Unter- bis Mittel-Miozän in das in Hebung begriffene Erzgebirge eingeschnitten (Spremberger Folge und Briesker Folge). Im höheren Miozän (Raunoer Folge) sind Elbesedimente des Ältesten Senftenberger Elbelaufs erhalten. Der Ältere Senftenberger Elbeverlauf, der in Ottendorf-Okrilla (Typuslokalität) aufgeschlossen und Gegenstand dieser Arbeit ist, lässt sich vom Raum Dresden bis Calau verfolgen, um dort schließlich, etwa 70 km N von Ottendorf, in die miozäne Nordsee zu münden. Die Elbe kreuzte im Obermiozän schon den Egergraben und entwässerte das Riesengebirge. Im Raum Prag lag die Wasserscheide, die Moldau entwässerte nach Süden.
Die Ablagerungen bei Ottendorf-Okrilla entsprechen wahrscheinlich dem Mittellauf des Flusses. Sie zeigen deutliche Charakteristika eines braided–river-systems. Bevorzugtes Ablagerungsgebiet war das Gebiet zwischen Dresden und Cunnersdorf bei Kamenz, wahrscheinlich infolge einer verstärkten Hebung des Erzgebirges im ausgehenden Tertiär (Wolf & Alexowsky, 1994).
Nach einer
Sedimentationsunterbrechung wurden im älteren Quartär die Schotter von
Klotzsche abgelagert, welche als der Jüngere Senftenberger Elbelauf beschrieben
werden. In ihnen sind Spuren periglazialer Vorgänge wie Kryoturbation und
Moränentaschen enthalten.
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Lithofaziestabelle
Gruppe 3 |
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Litho-fazies-Nr. |
Mächtig-keit |
Korngröße/ Ausprägung |
Farbe |
Sortierung |
Rundungsgrad |
Internstruktur |
Besonderheiten |
Interpretation |
Klassifikation nach Miall |
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L 1 |
>10 cm |
Feinsand, feinkiesführend |
hellgrau |
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Schrägschichtung, Rippeln |
teils punktuelle, teils
langgezogene Eisenausfällungen; kleine Kohlenreste |
Reste von Wurzeln, Wurmröhren? |
Sr |
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L 2 |
50 cm |
Grobkies, teilweise keine
Sandmatrix |
braun |
schlecht, Gerölle 1,5 - 4 cm |
Quarze gut, Kieselschiefer
schlecht |
horizontale Lagerung und
Schichtung |
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Gmm |
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L 3 |
ca. 10 cm |
Mittel-Grobsand, mäßig
Geröllführend bis 2 cm |
hellgrau |
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Schrägschichtung |
am nordwestlichen Verzahnungsende
in Grobkies übergehend |
Sandbarre |
Sl |
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L 4 |
25 - 40 cm |
Mittel-Grobkies, horizontale
Lagerung im Aufschluss |
braun |
schlecht |
gut |
keine interne Schichtung erkennbar |
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Gp |
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L 5 |
max. 80 cm |
feine Wechsellagerung von Sand und
Feinkies |
weißgrau |
Kies schlecht sortiert |
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Schrägschichtung |
Wechsellagerung als fining upward,
Verfältelungen sichtbar |
fluviatile Riesenrippeln |
St - Sp |
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L 6 |
55 cm |
Mittel-Grobkies mit sandiger
Matrix, einzelne Sandbänder |
braun |
schlecht |
gut |
Sandbänder horizontal |
Lft 6 bildet im Übergang zu Lft
5 kleine eckige Rinnen ( 5 - 10 cm) |
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Gmm |
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L 7 |
20 - 40 cm |
Mittel-Feinsand, vereinzelt
Feinkiesnester |
gelbbraun |
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keine interne Schichtung erkennbar |
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Sm |
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L 8 |
max. 20 cm |
Wechsellagerung von Feinkies und
Mittelsand, grobkiesführend |
braun |
schlecht, Gerölle im Durchschnitt
1 - 2 cm, max. 20 cm |
mäßig bis gut |
Schrägschichtung, Tröge |
vereinzelt Tonklasten mit Wurzelresten |
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Gt / Sm |
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L 9 |
bis max. 30 cm |
Wechsellagerung von Grobsand und
Fein- Mittelkies; trogartige Ausbildung (7,7 m lang); Sandstreifen |
weißgrau, Sandstreifen: braun |
schlecht, Gerölle bis max. 3 cm |
mäßig |
Bänder horizontal gelagert,
teilweise keine Sandmatrix |
loadcasts
an Basis |
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Gt |
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L 10 |
60 - 100 cm |
Feinsand |
gelb, braun, grau |
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gut |
Rippelstrukturen durch
Anreicherung von schwarzen Schlieren (Schwerminerale) gekennzeichnet |
ca. 30 cm von unterer Grenze
dunkelgelbbraunes festes Band von Sand; vereinzelt inkohlte Reste in Feinsand |
Strömungsrippeln |
Sr |
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L 11 |
> 10 cm |
Wechsellagerung von stark geröllführendem Grobsand und
schräggeschichtetem Mittelsand |
Grobsand: braun Mittelsand: gelbbraun |
Gerölle bis max. 5 cm |
gut |
Schrägschichtung |
Tonklasten |
|
Gmm |